01 July, 2026

Wichtige Finanznachrichten der Woche

Nikolay Dudchenko
Rubel schwächelt, MOEX fällt weiter – Gründe, Chancen und Risiken der aktuellen Marktlage.

Es hat sich tatsächlich eine große Menge an Nachrichten für die aktuelle Woche angesammelt. Beginnen wir mit den Wechselkursen.

Die Bank von Russland veröffentlichte die Parameter für Devisenoperationen am offenen Markt für das zweite Halbjahr 2026. Danach wird die Zentralbank täglich rund 600 Mio. RUB an Fremdwährung verkaufen – im ersten Halbjahr waren es noch 4,6 Mrd. RUB. Mit anderen Worten: Der Druck auf den Rubel könnte zunehmen.

Der MOEX-Index fiel in der vergangenen Woche um 5,6 % und näherte sich fast der Marke von 2200 Punkten – einem Niveau, das zuletzt im März 2023 erreicht wurde. Der Index befindet sich bereits seit sechs Wochen in einer Abwärtsspirale. Ohne den kurzfristigen Aufschwung in der Woche vom 11. bis 15. Mai würde diese Serie sogar 15 Wochen betragen.

Warum sind Rubel und MOEX so stark gefallen?

Meiner Ansicht nach ist die eigentliche Ursache derzeit nicht die Wirtschaft, sondern die Geopolitik:

Der Ölpreis ist deutlich gesunken, da sich die Lage im Nahen Osten entschärft hat. Brent-Öl kehrte zu den vor dem Konflikt geltenden Preisen zurück – ein negativer Faktor für Exporteure. Auch die Rabatte auf Urals-Öl wurden ausgeweitet. Die US-Sanktionen gegen russisches Rohöl wurden erneut verschärft.

Die Angriffe auf russische Raffinerien haben sich intensiviert. Es verstärkte sich die Rhetorik, dass der Konflikt auf der aktuellen Stufe nicht gestoppt werden könne. An Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Dies schafft einen insgesamt düsteren externen Hintergrund, unter dem ein Aktienkursanstieg nahezu unmöglich erscheint.

Kann man jetzt kaufen?

Zum Thema Fremdwährung: Letzte Woche diskutierten wir Szenarien für den Yuan und kamen zu dem Schluss, dass bei einem Durchbruch über 11,00 zunächst ein Kursziel bei 11,25 und danach bei 11,50 zu erwarten sei. Beide Ziele wurden weitgehend erreicht; ein Anstieg auf 11,7 blieb jedoch aus.

Aktuell steht die Frage im Raum, ob der Kurs 11,60 durchbrechen kann – eine wichtige technische Widerstandszone. Ein erfolgreicher Durchbruch würde das nächste Ziel bei 12,00–12,05 setzen. In der aktuellen Konstellation ist in dieser Woche eine Korrektur des Yuan-Kurses auf etwa 11,00–11,20 wahrscheinlich.

Ein Teil des Portfolios kann durchaus in Fremdwährung gehalten werden – allerdings würde ich keine starke Übergewichtung empfehlen, da der Leitzins der Zentralbank weiterhin hoch ist und renditestarke rubelbasierte Anlagen verfügbar sind.

Gleichzeitig bleibt mittelfristig (bis zu einem Jahr) eine spürbare Wahrscheinlichkeit für weitere Rubelverluste bestehen. Die Antwort lautet daher: JA – ein relativ kleiner Anteil des Portfolios kann ruhig in Fremdwährung gehalten werden, beispielsweise in Form von Yuan-Anleihen (ich halte selbst einige).

Wie sieht es mit Aktien aus?

Mittelfristig besteht durchaus die Aussicht auf eine Korrektur des Index mit einem möglichen Anstieg auf 2370 Punkte und anschließend eventuell auf 2470 Punkte. Die Unterstützung liegt bei etwa 2250 Punkten. Wer spekulativ einsteigt, sollte daher unbedingt einen Stop-Loss knapp unterhalb dieser Marke platzieren.

Der kurz- und mittelfristige Trend bleibt bärisch, während der langfristige Trend weiterhin bullisch ist. Daher gilt wie immer: Investitionen dürfen nicht mit Spekulation verwechselt werden.

Die Situation bei Benzin

Mindestens ein Großteil der Bevölkerung dürfte bemerkt haben, dass die Versorgungslage komplizierter geworden ist. Dabei ist klarzustellen, dass Drohnenangriffe nicht die einzige Ursache sind. Es gibt mehrere Gründe – zwei davon sind besonders bedeutsam:

  • Logistikprobleme: Die Versorgungskette funktioniert derzeit nicht optimal – Benzin ist zwar vorhanden, aber der Nachschub kann zeitlich hinterherhinken.
  • FOMO und spekulative Handlungen: Sobald sich lange Schlangen vor Tankstellen bilden, steigt die Neigung, selbst in die Schlange einzusteigen. Viele Käufer tanken massenhaft Vorräte – andere nutzen die Lage für den Weiterverkauf von Kraftstoff.

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