08 August, 2026

Öl, Dollar und Gold: Märkte warten auf Klärung der Situation im Hormus-Golf und US-Arbeitsmarktdaten

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Der entscheidende Faktor für Rohstoff- und Devisenmärkte am 7. August bleibt die Lage im Hormus-Golf. Die Erwartung einer baldigen Öffnung hatte zuvor zu einem Rückgang der Ölpreise geführt; doch die von Iran vorgeschlagenen Bedingungen erwiesen sich als deutlich strenger als zunächst erwartet. Gleichzeitig warten die Märkte auf neue US-Arbeitsmarktdaten, die die Zinssatzprognose der US-Notenbank (Fed) beeinflussen könnten.

Öl kehrt zu geopolitischen Risiken zurück

Iran erwägt ein System des eingeschränkten Durchgangs durch den Hormus-Golf, das Verbote für bestimmte Schiffe sowie zusätzliche Auflagen für andere Frachter vorsieht. Für die Märkte unterscheidet sich dies grundsätzlich von einer vollständigen Wiederherstellung freien Schifffahrtsverkehrs. Zudem bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich Sicherheit, Versicherungsschutz und sanktionsbedingter Risiken.

Daher stieg Brent wieder über 83 US-Dollar pro Barrel, während WTI nach dem deutlichen Rückgang zuvor in der Woche nahe 78 US-Dollar lag.

Auch die physischen Handelsströme deuten vorerst nicht auf eine Normalisierung hin: Der Schiffsverkehr durch den Golf bleibt deutlich unter dem üblichen Niveau. Solange Tankerreeder keine nachhaltige Verbesserung der Sicherheitslage und klare Durchfahrtsregeln sehen, werden die Ölnotierungen weiterhin eine erhebliche Risikoprämie tragen.

Goldman Sachs hält einen Brent-Preisbereich von 80–90 US-Dollar bis zum Abschluss entweder eines umfassenden Abkommens zwischen den USA und Iran oder einer neuen ernsthaften Eskalation für gerechtfertigt. Nach Einschätzung der Bank liegt der fundamentale Preis näher an der Untergrenze dieses Bereichs, während Überschreitungen dieser Marke vor allem auf Lieferrisiken zurückzuführen sind.

Folglich hängt die Richtung der Ölpreise derzeit weniger von Verhandlungsankündigungen ab als vielmehr von der tatsächlichen Wiederherstellung des Exports und der Schifffahrt. Eine nachhaltige Normalisierung könnte Brent wieder auf 80 US-Dollar oder darunter bringen. Ein Scheitern der Verhandlungen öffnet erneut den Weg zur Obergrenze des Bereichs – und darüber hinaus.

Teures Öl erschwert der Fed die Aufgabe

Der Anstieg der Ölpreise rückt das Inflationsproblem unmittelbar wieder in den Mittelpunkt. Teurere Energie verteuert Transport- und Produktionskosten und kann sich anschließend auf ein breites Spektrum von Gütern und Dienstleistungen auswirken.

Daher stehen die Ölnotierungen aktuell eng mit den Erwartungen an die Zinspolitik der Fed in Verbindung. Je länger der Energieschock andauert, desto schwieriger wird es für die Zentralbank, zu einer lockeren Geldpolitik überzugehen.

Dieser Faktor stützt bereits die Renditen amerikanischer Staatsanleihen und den US-Dollar. Das endgültige Bild hängt jedoch vom Zustand der US-Wirtschaft ab.

Der US-Arbeitsmarkt wird zum entscheidenden Test

Heute wird der monatliche US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Volkswirte erwarten rund 80.000 neue Arbeitsplätze, die Arbeitslosenquote soll bei 4,2 % liegen. Entscheidend sind zudem die Daten zu den Löhnen sowie die Revisionen der Vorjahreswerte.

Die Bedeutung des Berichts ist besonders hoch aufgrund des neuen Führungsstils der Fed unter Kevin Warsh. Der Fed-Vorsitzende hat bewusst die Menge an Vorabinformationen zur künftigen Politik reduziert, sodass die Märkte selbst beurteilen müssen, welche Daten ausreichend für die nächste Zinsanpassung sind.

Eine starke Statistik bei teurem Öl liefert das überzeugendste Argument für eine restriktivere Fed: Die Wirtschaft bleibt robust, während die Inflationsrisiken steigen. Für die Märkte bedeutet ein solches Szenario typischerweise steigende Renditen und Stützung des Dollars bei gleichzeitigem Druck auf Gold.

Schwache Beschäftigungsdaten führen dagegen zu einer komplexeren Lage: Die Fed müsste dann zwischen der Notwendigkeit, die Inflation einzudämmen, und dem Risiko einer weiteren Konjunkturabkühlung abwägen.

Dollar erhält Unterstützung – langfristige Prognose bleibt uneinheitlich

Vor Veröffentlichung der Daten stärkt sich die US-Währung: EUR/USD notiert bei etwa 1,15, USD/JPY bei rund 158. Den Dollar stützen höhere Renditen amerikanischer Staatsanleihen, Erwartungen an eine restriktive Fed-Politik sowie teilweise die Nachfrage nach sicherheitsorientierten Anlagen.

Die Prognosen großer Banken divergieren jedoch.

Die Mehrheit der Devisenstratege geht weiterhin von einer moderaten Schwächung des Dollars auf längere Sicht aus. Die mittlere Prognose sieht eine Bewegung des EUR/USD innerhalb eines Jahres auf etwa 1,18 vor. Die Bank of America nimmt eine deutlich positivere Haltung gegenüber dem Dollar ein und vertritt die Ansicht, dass die amerikanische Geldpolitik straffer bleiben könnte als die anderer führender Zentralbanken.

Die zentrale Frage für den Devisenmarkt lautet daher: Wie widerstandsfähig bleiben Inflation und Arbeitsmarkt? Bleiben beide Indikatoren robust, könnte der Dollar weiter steigen. Bei einer Konjunkturverlangsamung verstärken sich die Argumente für eine schrittweise Schwächung.

Gold bleibt nahe Allzeithochs

Gold war einer der Hauptnutznießer des Rückgangs der Renditen in der ersten Wochenhälfte. Der Spotpreis stieg auf rund 4.260 US-Dollar pro Unze, der wöchentliche Anstieg lag über 5 %.

Nun hat sich die Lage verkompliziert. Der erneute Anstieg der Ölpreise treibt die Inflationserwartungen und unterstützt die Renditen – ein negativer Faktor für Gold. Gleichzeitig erhöht die Spannung im Hormus-Golf die Nachfrage nach sicherheitsorientierten Anlagen.

Das Edelmetall erhält also geopolitische Unterstützung, steht aber unter Druck durch steigende Zinsen.

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