Forex ist der weltweite Markt, an dem Banken, Unternehmen, Investmentfonds, staatliche Organisationen und private Teilnehmer eine Währung gegen eine andere tauschen. Der Name leitet sich vom englischen Ausdruck foreign exchange – „Devisenumtausch“ – ab. In der Fachwelt wird auch die Abkürzung FX verwendet.

Im Gegensatz zum Aktienmarkt ist der Forex-Markt nicht an einer einzigen Börse konzentriert. Der Großteil der Devisengeschäfte erfolgt direkt zwischen Banken und anderen Marktteilnehmern über elektronische Handelsplattformen. Ein solcher Markt wird als außerbörslich (Over-the-Counter, OTC) bezeichnet. Laut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich betrug der durchschnittliche tägliche Umsatz des weltweiten Devisenmarktes im April 2025 9,6 Billionen US-Dollar.
Die enorme Größe des Marktes bedeutet jedoch nicht, dass der Handel darauf einfach oder sicher ist. Professionelle Marktteilnehmer nutzen Devisengeschäfte für internationale Zahlungsabwicklungen und Risikomanagement, während private Trader in der Regel versuchen, durch Kursbewegungen Gewinn zu erzielen. Der Einsatz von Hebelwirkung macht solche Geschäfte besonders risikoreich.
- Warum gibt es den Devisenmarkt?
- Wie funktionieren Währungspaare?
- Gebotspreis, Ask-Preis und Spread
- Wer handelt auf dem Devisenmarkt?
- Warum ändern sich Wechselkurse?
- Wie erhält ein privater Trader Zugang zum Forex-Markt?
- Was sind Lot, Punkt und Hebelwirkung?
- Handelsaufträge und Positionsbewirtschaftung
- Worauf verdienen Devisenhändler?
- Warum verlieren Trader Geld?
- Wie unterscheidet sich Forex vom normalen Geldwechsel?
- Wie lässt sich das Risiko senken?
- Für wen eignet sich der Forex-Handel?
Warum gibt es den Devisenmarkt?
Die Weltwirtschaft kann ohne Währungsumtausch nicht funktionieren. Ein europäischer Importeur, der Waren aus den USA kauft, benötigt möglicherweise US-Dollar. Ein amerikanisches Unternehmen, das seinen Mitarbeitern in Europa Gehälter zahlt, braucht Euro. Ein Investmentfonds muss bei Kauf ausländischer Aktien oder Anleihen Kapital umtauschen.
Der Devisenmarkt erfüllt mehrere zentrale Funktionen:
- Er ermöglicht internationale Zahlungen.
- Er erlaubt Unternehmen, Waren und Dienstleistungen im Ausland zu kaufen und zu verkaufen.
- Er unterstützt Investoren beim Kapitaleinsatz in Vermögenswerte anderer Länder.
- Er bietet Möglichkeiten, Währungsrisiken abzusichern.
- Er schafft Voraussetzungen für spekulative Geschäfte.
Der Wechselkurs zeigt an, wie viele Einheiten einer Währung für eine Einheit einer anderen Währung gezahlt werden müssen. Beispielsweise bedeutet der Kurs EUR/USD von 1,1000, dass ein Euro 1,10 US-Dollar wert ist. Die Europäische Zentralbank definiert den Wechselkurs explizit als Verhältnis, zu dem eine Währung gegen eine andere getauscht wird.
Wie funktionieren Währungspaare?
Auf dem Forex-Markt wird eine Währung stets relativ zu einer anderen gehandelt. Daher werden Kurse in Form von Währungspaaren notiert:
- EUR/USD – Euro zu US-Dollar
- GBP/USD – Britisches Pfund zu US-Dollar
- USD/JPY – US-Dollar zu japanischer Yen
- EUR/GBP – Euro zu britischen Pfund
Die erste Währung heißt Basiswährung, die zweite Notierungswährung. Bei EUR/USD ist der Euro die Basiswährung, der US-Dollar die Notierungswährung.
Erwartet ein Trader eine Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar, kauft er EUR/USD – also eröffnet eine Long-Position. Erwartet er eine Abwertung des Euro, verkauft er das Paar und eröffnet eine Short-Position.
Angenommen, EUR/USD steigt von 1,1000 auf 1,1100. Das bedeutet, dass der Euro-Kurs um einen US-Cent bzw. etwa 0,91 % gegenüber dem Ausgangsniveau gestiegen ist. Der Käufer des Paares erzielt einen positiven Ergebnis, der Verkäufer dagegen ein negatives – ohne Berücksichtigung von Gebühren und Finanzierungskosten der Position.
Gebotspreis, Ask-Preis und Spread
Jedes Währungspaar hat gleichzeitig zwei Preise:
- Bid – der Preis, zu dem der Broker die Basiswährung vom Kunden kaufen möchte.
- Ask – der Preis, zu dem der Broker die Basiswährung an den Kunden verkaufen möchte.
Die Differenz zwischen beiden Preisen heißt Spread. Er stellt eine der wichtigsten Handelsnebenkosten dar.
Beispiel: Wenn EUR/USD mit 1,1000/1,1002 notiert wird, kann der Trader Euro zu 1,1000 verkaufen und zu 1,1002 kaufen. Der Spread beträgt zwei Punkte (Pips) der letzten Dezimalstelle.
Die Höhe des Spreads hängt von der Liquidität des Währungspaars, der Tageszeit, der Marktvoltatilität und den Bedingungen des Brokers ab. Bei beliebten Paaren ist er in der Regel geringer als bei Währungen aus Schwellenländern. Während wichtiger Nachrichten oder heftiger Kursbewegungen kann der Spread stark ansteigen.
Wer handelt auf dem Devisenmarkt?
Die Grundlage des Devisenmarktes bilden große Finanzinstitute. Sie führen Geschäfte im Auftrag ihrer Kunden durch, verwalten eigene Positionen und stellen Liquidität bereit.
- Zentralbanken verwalten Devis