Wie bereits bekannt ist, führte die Federal Reserve (FED) am Mittwoch, dem 18. März, ein Treffen durch, bei dem eine Reihe wichtiger Entscheidungen getroffen und einige wichtige Erklärungen abgegeben wurden.

Vorhersage der FED zur Leitzinsrate
Am Ende des Treffens entschied das FOMC, den Ausdruck “Geduld” aus seiner Rhetorik zu entfernen, was bedeutet, dass das nächste Anheben der Leitzinsrate bereits im Juni 2015 erfolgen könnte. Der Zentralbank wurde eine Bemerkung zum April-Treffen gegeben. Die FED gab bekannt, dass ein Anstieg der Leitzinsrate im April unwahrscheinlich ist.
Im Laufe des Jahres erwarten die Mitglieder des FOMC eine Rate von 0,625 %, also wird die aktuelle Rate von 0,25 % schrittweise um 0,375 Prozentpunkte erhöht.
Das erste Anheben der Zinsrate wird nur dann erwartet, wenn die FED sich sicher ist, dass die Inflation einen Trend zur Erreichung des Zielwerts von 2 % aufgenommen hat.
Im ersten Moment der Handelsaktivitäten stand der US-Dollar unter erheblichem Druck. Im Dezember 2014 erwartete die FED die Leitzinsrate am Ende des Jahres 2015 bei 1,125 %. Für 2016 lag der Prognosewert bei 1,875 %. Für 2017 war ein Wert von 3,125 % prognostiziert worden. In der langfristigen Perspektive wird die Zinsrate für die Federal Funds 3,750 % betragen, meinen die Experten der FED. Die Vorsicht des Regulators verursachte Sorgen auf dem Markt. Gleichzeitig versicherte die FED, dass die Änderung der Richtlinien nicht als Annahme einer endgültigen Entscheidung angesehen werden darf.
Laut Prognosen der FOMC-Mitglieder wird das erste Anheben der Leitzinsrate im Jahr 2015 erwartet. Zwei der siebzehn Mitglieder prognostizieren, dass der Prozess der Normalisierung der Geldpolitik erst 2016 beginnen wird.
Amerikanische Wirtschaft und Leitzins
Zur wirtschaftlichen Situation in den USA bewertete die FED moderatere Wachstumsraten. Es wurde festgestellt, dass sich der Arbeitsmarkt verbessert und die Anzahl der Arbeitsplätze stark gestiegen ist. Als negative Faktoren wird erneut der niedrige Preisniveau aufgrund des Rückgangs der Rohölpreise hervorgehoben. Langfristige Inflationsvorstellungen sind jedoch stabil. Darüber hinaus wird eine Abnahme der Wachstumsraten des Exportvolumens gemeldet.
Ein starkes Enttäuschungserlebnis für Investoren war der herabgesetzte Prognosewert der FED für die US-Wirtschaft. Im Jahr 2015 wird das Wachstum des BIP zwischen 2,3 % und 2,7 % liegen, für 2016 ebenfalls 2,3 % bis 2,7 % und für 2017 2,0 % bis 2,4 %.
Die Inflation wird ihre aktuellen niedrigen Werte beibehalten und erreicht in mittelfristiger Perspektive die Zielmarke von 2 %. Im Jahr 2015 wird die Inflation zwischen 0,6 % und 0,8 % liegen, 2016 zwischen 1,7 % und 1,9 % und 2017 zwischen 1,9 % und 2,0 %. Dabei wird der basierende Verbraucherpreisindex, der volatile Produkte wie Nahrungsmittel und Energie aus der Berechnung ausschließt, in den Jahren 2015 und 2016 niedriger sein. Im Jahr 2015 wird er zwischen 1,3 % und 1,4 % liegen, 2016 zwischen 1,5 % und 1,9 % und 2017 zwischen 1,8 % und 2,0 %.
Doch der Arbeitslosenstand wird weiterhin mit beschleunigten Tempo sinken. Im Jahr 2015 wird er zwischen 5,0 % und 5,2 % liegen, 2016 zwischen 4,9 % und 5,1 % und 2017 zwischen 4,8 % und 5,1 %. Auf längere Sicht wird die Arbeitslosigkeit 5,0 % bis 5,2 % betragen, während noch im Dezember ein Wert von 5,2 % bis 5,5 % erwartet wurde.
Pressekonferenz von Janet Yellen
Janet Yellen begann ihre Rede damit, auf die schwachen Lohnwachstumsraten hinzuweisen und über strukturelle Probleme in der Wirtschaft zu berichten. Dies wird die Inflation weiterhin bremsen, genauso wie der Rückgang der Importpreise, der mit dem starken US-Dollar verbunden ist. Doch laut Yellen sind alle Faktoren, die Druck auf das Preisanstieg ausüben, vorübergehend. Laut der Chefin der FED wird das anhaltende Wachstum auf dem Arbeitsmarkt die Preise in Zukunft ankurbeln.
Bezüglich der Zinserhöhung sagte die Chefin der FED, dass eine Erhöhung bereits im Juni möglich sei, doch man kann nicht so sicher sein, da dies auch später geschehen könnte. Jetzt wäre es unpassend, die Zinserhöhung einem bestimmten Datum zuzuordnen, sagte Yellen. Laut ihrer Aussage sollte die FED dies nicht tun. Gleichzeitig bleibt die FED eines der offenen Zentralbanken der Welt, sagte ihre Chefin.
Laut Yellen waren die überarbeiteten Prognosen für die US-Wirtschaft der Grund dafür, dass die Wachstumsraten der Zinsen erheblich reduziert wurden. Der starke US-Dollar übt Druck auf das Exportwachstum aus, was sich auf die Stabilität des Wirtschaftswachstums auswirken wird. Außerdem wird festgestellt, dass das Wachstum des US-BIP im ersten Quartal 2015 schwächer sein wird als in früheren Perioden. Gleichzeitig betonte Yellen, dass der starke US-Dollar auf die Stärke der US-Wirtschaft hindeute, und machte deutlich, dass die herabgesetzten Prognosen immer noch relativ hoch sind und nicht auf eine Schwäche der Wirtschaft der Nation hindeuten.
Am Ende der Rede gab Yellen bekannt, dass die Geldpolitik der FED den Wirtschaftsveränderungen voraus sein wird, da die ergriffenen Maßnahmen eine verzögerte Wirkung haben. In diesem Zusammenhang könnte der Beginn des Prozesses der Normalisierung der Geldpolitik oder sogar die erste Zinserhöhung der FED möglicherweise bereits nach einem außerordentlichen Treffen beginnen





