15 May, 2026

Der P/B-Multiplikator – was Investoren wissen sollten

Nikolay Dudchenko
Der P/B-Multiplikator zeigt das Verhältnis zwischen dem Marktwert und dem Buchwert einer Firma.

Wir haben bereits den Preis-Gewinn-Verhältnis (P/E) besprochen. Wir werden uns dieses Verhältnis noch einmal anschauen, wenn wir die Regeln des Marktgurus Benjamin Graham und Peter Lynch besprechen.

Heute möchte ich über einen Multiplikator sprechen: Preis-Buchwert (P/B). Dazu müssen wir etwas tiefer in die Theorie eintauchen, um zu verstehen, was der Buchwert des Eigenkapitals ist.

P/B-Multiplikator

Die wichtigste Formel des P/B-Multiplikators, die man kennen sollte

Eigentlich gibt es nichts Kompliziertes an dem Begriff Buchwert des Eigenkapitals. Stellen Sie sich vor, dass Ivanov ein Auto im Wert von 700.000 Rubel und eine Wohnung im Wert von 3 Millionen Rubel besitzt. Darüber hinaus hat er einen Hypothekarkredit, bei dem noch 1 Million Rubel zu zahlen sind (einschließlich Zinsen). Mehr hat unser Held nicht.

In diesem Fall sind Ivanojs Vermögenswerte: Wert des Autos + Wert der Wohnung, also 700.000 + 3.000.000 = 3,7 Millionen Rubel. Seine Schulden betragen 1 Million Rubel. Um herauszufinden, welches Eigenkapital er hat, müssen wir seine Schulden von seinem Vermögen abziehen, also 3,7 Millionen – 1 Million = 2,7 Millionen. Genau so viel würde Ivanov erhalten, wenn er sein gesamtes Eigentum verkaufen und seine Kredite tilgen würde.

Das ergibt folgendes Bild:

Vermögen von Ivanov – Schulden von Ivanov = Eigenkapital von Ivanov = 2,7 Mio.

Die gleiche Formel gilt auch für jede Firma.

Vermögen der Firma – Schulden der Firma = Eigenkapital der Firma

oder anders ausgedrückt

Vermögen der Firma = Eigenkapital der Firma + Schulden

Das ist die wichtigste Formel, die man unbedingt merken sollte.

Das Eigenkapital der Firma wird auch als Eigenkapital bezeichnet. Somit steht im Nenner der Formel P/B der Wert dieses Eigenkapitals, während im Zähler der Marktwert der Firma steht (Anzahl der Aktien * Preis).

Das ideale Szenario ist, wenn der Marktwert gleich dem Wert des Eigenkapitals ist, also P = B oder P/B = 1. Das bedeutet, dass der Markt den Wert der Firma angemessen bewertet. In der Praxis ist es jedoch oft etwas komplexer.

Beispielrechnung für Apple

Lassen Sie uns das Beispiel der Berechnung von P/B für Apple durchgehen. Am Schluss des Tages vom 12.01.2020 betrug der Aktienkurs von Apple 128,80 USD. Die Anzahl der Aktien der Firma können Sie im Bilanzbericht finden oder einfach auf Informationsquellen im Internet zurückgreifen.

P/B-Multiplikator von Apple

Die Anzahl der Aktien betrug 16.976.760. Daher beträgt der Marktwert der Firma nach dem letzten Schlusskurs 16.976,76 * 128,80 = 2,2 Tsd. USD.

Nun konzentrieren wir uns auf das Eigenkapital der Firma. Es beträgt 65,3 Mrd. USD. In diesem Fall beträgt der Preis-Buchwert-Multiplikator also 2,2 Tsd. / 65,3 Mrd. = 33,7.

Jetzt ist es wichtig zu verstehen, ob das viel oder wenig ist?

Um dies herauszufinden, muss man den erhaltenen Wert mit dem branchenspezifischen Durchschnittswert vergleichen, also mit dem Durchschnittswert von P/B der Konkurrenten von Apple. Diesen kann man im Internet finden. Zum Beispiel gibt es hier eine recht zuverlässige Quelle. Apple gehört zum Sektor Computers/Peripherals, wo der Durchschnittswert von P/B 22,90 beträgt.

Ergebnisse: P/B von Apple > P/B des Sektors, was bedeutet, dass entweder der Aktienkurs von Apple stark überbewertet ist im Vergleich zur Branche oder der Wert des Eigenkapitals stark unterbewertet ist. In diesem speziellen Fall ist es wahrscheinlich eher das erste (der Kurs ist zu hoch). Daher sind die Aktien von Apple im Vergleich zu den Preisen der Konkurrenz überbewertet.

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