Die erste Woche des ersten Sommermonats – ein Blick auf den aktuellen Nachrichtenhintergrund.
Die Korrektur des Rubelkurses hat begonnen
Trotzdem bleibt das Gesamtbild für den Kurs ausländischer Währungen im Quartal weiterhin negativ: Der Yuan fiel innerhalb von drei Monaten um fast 10 %, während Euro und US-Dollar gegenüber dem Rubel noch stärker nachgaben. Die Ursache bleibt dieselbe – die Exporteinnahmen, die kontinuierlich auf den Markt fließen, werden nicht durch eine entsprechend hohe Nachfrage seitens beispielsweise der Importeure kompensiert.
Hätte der Import in etwa mit dem Export Schritt gehalten, wäre dies dämpfend auf den Kurs gewirkt – doch genau das geschieht nicht. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt der Import jedoch eine deutliche Erholung:
- Januar: 21,1 Mrd. USD gegenüber 22,6 Mrd. USD im Vorjahr
- Februar: 24,8 Mrd. USD gegenüber 20,7 Mrd. USD im Jahr 2025
- März: 27,1 Mrd. USD gegenüber 23,2 Mrd. USD im Vorjahr
Im Durchschnitt betrug der Import im ersten Quartal 2025 22,2 Mrd. USD, im ersten Quartal dieses Jahres 24,3 Mrd. USD – ein durchschnittliches Wachstum von 9,5 %. Im März stieg der Export im Monatsvergleich um 40 %, während der Import lediglich um 10 % zulegte.
Marktniveaus für den Rubelkurs:
- Bei USDRUB ist nun eine Unterstützung bei 68–70 aktiv. Ein Durchbruch darunter würde zunächst ein Ziel bei 65, danach bei 60 bedeuten.
- Für EURRUB besteht eine Unterstützung bei 79–80. Ein Durchbruch darunter würde den Kurs zunächst auf 72–73 zurückführen.
- Für CNYRUB liegt die Unterstützung bei 10,3–10,5
Der MOEX-Index erholte sich auf 2570 Punkte. Als negativer Faktor wirkte die Entscheidung der USA, den diplomatischen Verhandlungsprozess zwischen Russland und der Ukraine zu verlassen, sowie die Eskalation des Konflikts durch Angriffe auf Starobilsk. Derzeit ist eine Bewegung des Index innerhalb der Spanne 2520–2540 Punkte wahrscheinlich, gefolgt von einem möglichen Rückgang auf 2500.
Von den branchenspezifischen Indizes sank der Index für Chemie und Petrochemie im Monatsvergleich deutlich um 8,5 %. Alle Wertpapiere dieses Sektors – darunter auch PhosAgro – notierten im Mai durchgängig niedriger; der Großteil des Rückgangs konzentrierte sich auf die letzte Woche des Monats. Grund war die Ablehnung einer Dividendenzahlung.
Noch schlechter als der Gesamtmarkt entwickelten sich der Konsumgütersektor (−5 % im Monat) und der Bausektor (−5,6 %). Besonders stark sank die Marktkapitalisierung von Apothekenketten wie „36 und 6“, Eurotrans, Fix Price, Lenta sowie WUSH (Elektro-Tretroller). Dagegen zeigten X5 Retail Group (Pjaterochka, Perekrestok) und Inartik – nach dem Rückgang im März – eine solide Erholung. Im Bausektor verzeichneten Samolet und Etalon besonders starke Verluste und zogen damit den gesamten Sektorindex nach unten.
Internationale Nachrichten
Weder Krieg noch Frieden: Die Lage im Nahen Osten bleibt komplex, und bis Quartalsende ist kaum mit einer Einigung der Konfliktparteien zu rechnen. Der Ölpreis bewegt sich knapp unter 100 USD pro Barrel – eine Entwicklung, die für einige Länder zunehmend problematisch wird. Diskutiert wird bereits eine mögliche Aussetzung des sogenannten Preisobergrenzen-Mechanismus für russisches Erdöl. Der Goldpreis stabilisiert sich bei rund 4500 USD pro Feinunze. Die allgemeinen Prognosen sind positiv, doch der Kurs zeigt derzeit kaum Bewegung. Seit Jahresbeginn stieg der Goldpreis um knapp über 4 %.