
Faktoren für einen Anstieg des Goldes gibt es weiterhin nicht
Genau diese Faktoren verhinderten den schnellen Rückgang des Goldes von den Höchstständen des Jahres 2017, der fast vier Wochen andauerte, und brachten den Preis vom Mai-Tief auf 1279 USD pro Unze. Traditionell spielte Gold in Zeiten von Angst und Unsicherheit die Rolle eines sicheren Ortes für Kapital. Allerdings gibt es weiterhin keine wirtschaftlichen Gründe für einen Anstieg des Goldes, wenn man die politischen Spielchen innerhalb der USA sowie die Sorgen um Szenarien des britischen Austritts aus dem Euro-Raum entfernt.
Die Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Zentralbank im Juni beträgt über 80 %, zudem bestätigen Vertreter des Regulators, dass diese Erhöhung nicht die letzte in diesem Jahr sein wird und eine weitere Erhöhung erwartet werden kann. Zudem wird eine Verschärfung der Geldpolitik durch Reduzierung des Bilanzvolumens im vierten Quartal erwartet, was einer weiteren Zinserhöhung entspricht. Die Prognosen für eine Fortsetzung der Zinserhöhung im Jahr 2018 sind stark. Aufgrund dessen erwarten wir weiterhin einen Durchschnittspreis für Gold im zweiten Quartal von 1245 USD und 1200 USD im vierten Quartal.
Unsere Empfehlungen – Gold verkaufen mit Ziel von 1200 USD
Schwaches Öl fördert indirekt die Stärkung des USD und damit die Schwäche des Goldes. Der einzige fundamentale wirtschaftliche Faktor, der Gold unterstützte, waren schwache Arbeitsmarktdaten in den USA, was zu einem spekulativen Anstieg der Preise führte, da solche Daten das Entscheidungsverhalten der US-Zentralbank beeinflussen könnten. Dieser Szenario ist jedoch unwahrscheinlich. Mit dem Wegfall der Sorgen nach den britischen Parlamentswahlen am 8. Juni gibt es keine anderen Faktoren, die Gold unterstützen. Wir empfehlen weiterhin, Gold bei Versuchen des Preisanstiegs mit Ziel von 1200 USD pro Unze zu verkaufen.
Im Juni fällt Gold
Es ist auch wichtig zu verstehen, dass das Halten von Gold keinen Gewinn generiert. Berücksichtigt man daher das Rally auf den weltweiten Aktienindizes und den Aktien von führenden Unternehmen, bevorzugen Investoren Aktien gegenüber Gold, da sie neben dem Kursanstieg auch Dividenden bieten.
Juni ist saisonal ein neutraler Monat für die Goldpreise. In etwa 60 % der Fälle gab es in den letzten 18 Jahren eine Senkung oder Verlangsamung des Goldpreises sowie der Aktien von Goldunternehmen. Diese Faktoren weisen indirekt darauf hin, dass der spekulative Anstieg des Goldpreises Ende Mai eine gute Gelegenheit zum Verkauf darstellt und wahrscheinlich, falls der Schwellenwert von 1300 Dollar pro Unze nicht überschritten wird, werden wir in den nächsten ein bis anderthalb Jahren keine höheren Preise sehen.
Zusammenfassend stellt sich die Analyseabteilung von FortFS die Frage: Warum gibt es Rallys auf fallenden Märkten? Und die Antwort ist offensichtlich: Um Käufer zu motivieren, den fallenden Vermögenswert zu halten und neue Käufer anzulocken, während Bären zusätzliche Möglichkeiten zur Gewinnerzielung erhalten. Die aktuelle Situation mit Gold ähnelt dieser Maxime sehr.
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