Rezession (von lat. recessus – Rückzug) – was ist das? Aus wirtschaftlicher Sicht ist es eine Phase des Wirtschaftszyklus, die sich durch einen milden, nicht kritischen Rückgang der Produktion in einem Land auszeichnet. Rezession wird auch als Verlangsamung des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder dessen Rückgang bezeichnet, der mit steigender Arbeitslosigkeit, sinkender Kreditvergabe durch Banken und geringerem Investitionsaufkommen in den Kapitalmarkt einhergeht. Es handelt sich in der Regel um einen Übergangszeitraum zum Wirtschaftskrisen.

Warum entsteht eine Rezession?
Die Ursachen einer Rezession können sein:
- das natürliche Wachstum in der Wirtschaft, bei dem nach starkem Wachstum, wenn die Möglichkeiten für eine weitere Steigerung erschöpft sind, eine Korrektur und eine Pause erforderlich sind, wodurch ein Rückgang einsetzt;
- Kriege und Bürgerkriege;
- plötzliche Preisänderungen bei Rohstoffen, insbesondere Öl;
- Untergrabung des Vertrauens der Käufer;
- Unsicherheit von Unternehmern und Investoren;
- Anstieg von internen und externen Schulden (mögliche Folge: Zahlungsausfall);
- Einbruch der Kursbewegungen von Aktien und Kapital.
Arten der Rezession

Je nach Ursache werden drei Arten der Rezession unterschieden:
- Nicht geplante Rezession. Dieser Wirtschaftsrückgang tritt aufgrund unerwarteter Ereignisse wie Kriegen, plötzlichen Einbrüchen der Weltmarktpreise für Öl, Gas und andere Rohstoffe ein. Als Ergebnis kommt es zu einem Mangel an finanziellen Mitteln und einem Rückgang des BIP. Diese Art der Rezession ist am gefährlichsten, da sie nicht vorhergesagt werden kann und Schwierigkeiten beim Finden einer effektiven Methode zur Bewältigung ihrer Probleme verursacht.
- Rezession auf politischer oder psychologischer Ebene. Dieser Wirtschaftsabschwung entsteht aufgrund des gestiegenen Unvertrauens der Bevölkerung, die Verbraucher, Unternehmer und Kapitalgeber darstellt. Sie ist das Ergebnis einer verringerten Kaufaktivität, geringerer Investitionen und niedrigerer Wertpapierwerte. Eine solche Rezession lässt sich relativ einfach überwinden, indem das Vertrauen der Käufer zurückgewonnen wird, was durch Senkung der Preise, Zinssätze und praktische Anwendung verschiedener psychologischer Techniken geschieht.
- Als Folge von staatlichen Auslandsschulden. Aufgrund solcher Schulden kommt es zu einem Rückgang der Preise und einem Abfluss von Geldern aus dem Land. Diese Rezession gilt als am gefährlichsten und kann viele Jahre andauern.
Wie wird eine Rezession charakterisiert?
Zu den typischen Merkmalen gehören:
- Ein schrittweiser, ohne starke Sprünge, Anstieg der Arbeitslosenquote.
- Die Mengen der industriellen Produktion sinken, aber Unternehmen funktionieren weiterhin, produzieren jedoch in geringeren Mengen.
- Ein Rückgang der Börsenkurse.
- Ein Anstieg der Inflationsindikatoren.
- Ein Anstieg des Kapitalabflusses ins Ausland.
In der modernen Wirtschaft wird eine Rezession durch einen nicht kritischen Rückgang der wichtigsten Indikatoren über zwei Quartale charakterisiert.
Wann tritt eine Rezession in der Wirtschaft ein?

Der Wirtschaftszyklus besteht aus vier Phasen:
- Wachstum (Aufschwung in allen wichtigen Bereichen),
- Stagnation (Stabilisierung, kein starker Dynamik),
- Rezession (Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten),
- Krise (Depression).
Die Dauer des Wirtschaftszyklus beträgt in heutigen Zeiten 10 bis 15 Jahre, wobei die Dauer jeder Phase je nach konkreter Situation variieren kann.
Finanzmärkte reagieren sehr empfindlich auf Nachrichten über eine mögliche Rezession, insbesondere wenn sich die technische Wahrscheinlichkeit der Rezession in wirtschaftlichen Kennzahlen widerspiegelt. Wechselkurse und Wertpapiere in solchen Ländern spüren Druck aufgrund des Ausstiegs von Investoren aus diesen risikoreichen Vermögenswerten.
Welche Auswirkungen hat eine Rezession?
Zu den typischen Auswirkungen einer Rezession in der Wirtschaft gehören:
- Ein Rückgang der Produktionsmengen im Land,
- Ein Zusammenbruch der Finanzmärkte,
- Reduzierte Anzahl und Höhe der Kredite, die von Banken vergeben werden,
- Ein Anstieg der Zinssätze für Kredite,
- Ein Anstieg der Arbeitslosenquote,
- Ein Rückgang der Einkommen der Bürger,
- Ein Anstieg der Inflation,
- Systematischer Anstieg der Preise,
- Erhöhung der staatlichen Schulden,
- Ein Rückgang des BIP.
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