Sie haben sicherlich gehört, wie Ökonomen oder Journalisten sagen: „Die Zentralbank hat wieder eine Quantitative Lockerung-Programm gestartet“ oder „Die Fed druckt Geld, um die Wirtschaft zu unterstützen“. Klingt beunruhigend – als ob jemand einfach den „Gelddrucker“ einschaltet. Doch in Wirklichkeit ist alles viel komplizierter und intelligenter.
Inhalt
- Was ist quantitative Lockerung in einfachen Worten
- Was ist der Kern des Programms der Quantitativen Lockerung
- Wie funktioniert dies in der Praxis
- Wann wird quantitative Lockerung angewandt
- Vorteile und Nachteile der quantitativen Lockerung
- Was passiert nach Abschluss von QE
- Welche Auswirkungen kann das Programm der Quantitativen Lockerung haben
Was ist quantitative Lockerung in einfachen Worten
Quantitative Lockerung (oder QE, quantitative easing) ist die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs Quantitative Easing (abgekürzt QE). Das Programm der Quantitativen Lockerung ist ein Instrument der Geldpolitik verschiedener Länder, das staatliche Geldzufuhr in die Wirtschaft eines Landes vorsieht, um die Geldmenge auf den Händen zu erhöhen. Die Erhöhung des Geldes bei Bevölkerung und Unternehmen sollte zu einem Anstieg des Konsums und der Produktion führen und somit zur Wiederherstellung einer stabilen wirtschaftlichen Situation führen.
So läuft es ab: Der Zentralbank kauft staatliche und Unternehmensanleihen von Banken und Investoren. Als Gegenleistung überweist er ihnen Geld – nicht Bargeld, sondern elektronische Mittel, die sofort die Bilanz der Banken erhöhen. Diese Gelder gehen in Umlauf: Banken beginnen, aktiver zu leihen, Unternehmen investieren und die Wirtschaft erwacht. Im Grunde ist QE ein Weg, die Finanzsysteme in Bewegung zu bringen, wenn sie stecken bleiben. Es handelt sich nicht um eine Geldvergabe an die Bevölkerung, sondern um die Schaffung günstiger Bedingungen für wirtschaftliche Aktivitäten.
Was ist der Kern des Programms der Quantitativen Lockerung
Der Kern des Programms der Quantitativen Lockerung besteht darin, dass der Zentralbank eine zusätzliche Geldausgabe ohne Bargeld durchführt, meist in ziemlich großen Mengen, auf die entweder der Staat, seine Strukturunternehmen, kommerzielle Banken oder langfristige Schuldverschreibungen (Anleihen) gekauft werden. Es erfolgt eine zusätzliche Geldzufuhr in die Wirtschaft, die Kosten für Kredite sinken, der Umfang der vergebenen Kredite steigt, die Produktion wächst, die Arbeitslosenquote sinkt, die Kaufkraft der Bevölkerung steigt, all dies insgesamt wirtschaftliches Wachstum fördert.
Traditionell haben Zentralbanken einfach den Leitzins gesenkt oder kurzfristige staatliche oder unternehmerische Anleihen gekauft. Aber wenn der Leitzins und die Rendite solcher Anleihen bereits nahe am Nullpunkt liegen (was in den wirtschaftlich stärksten Ländern derzeit beobachtet wird), lässt sich weiterhin nichts mehr senken, daher wurde dieser neue unkonventionelle Instrument – Quantitative Lockerung (QE) – erfunden und in die Praxis umgesetzt.
Dieser Name wurde dem QE-Programm gegeben, da es die Geldmenge erhöht und gleichzeitig die Zugänglichkeit zu Geldressourcen mildert.
Wie funktioniert dies in der Praxis
Der Zentralbank beginnt mit dem Kauf von Anleihen – meistens staatliche, manchmal auch unternehmerische. Wenn er dies tut, steigt die Nachfrage nach diesen Papieren, und ihre Rendite sinkt.
Was bedeutet das für die Wirtschaft:
- die Rendite der Anleihen sinkt → Kredite werden billiger;
- Banken erhalten mehr Liquidität → sie können mehr Kredite vergeben;
- Unternehmen und Bevölkerung erhalten Anreize, Kredite aufzunehmen und Geld auszugeben;
- Produktion und Beschäftigung beginnen zu wachsen.
Der Zentralbank gibt also der Wirtschaft Kraft, damit sie wieder in den richtigen Rhythmus kommt.
Wann wird quantitative Lockerung angewandt
Quantitative Lockerungsprogramme sind in Situationen relevant, in denen folgende Faktoren zusammenkommen:
- In dem Land sinkt das Bruttoinlandsprodukt, sein jährlicher Anstieg liegt nahe null oder ist negativ;
- Der Leitzins des Zentralbank ist nahe null;
- Im Land herrscht Deflation (Preissenkung).
QE hilft:
- das Vertrauen auf dem Markt zurückzugewinnen;
- Kredite zugänglicher zu machen;
- Unternehmen und Nachfrage zu unterstützen;
- die Finanzsysteme zu stabilisieren.
Vorteile und Nachteile der quantitativen Lockerung
Das Hauptmerkmal von QE ist die Fähigkeit, die Wirtschaft schnell zu beleben. Nach dem Start der QE-Programme:
- sinkt die Kreditkosten;
- steigen die Investitionen;
- wächst die Beschäftigung;
- die Börsen erhalten einen Impuls.
Das war in den USA in den 2010er Jahren: Die Märkte gingen nach oben, Unternehmen erhielten Zugang zu günstigen Geldern und es begann ein langer wirtschaftlicher Aufschwung. Außerdem hilft QE dabei, das Vertrauen wiederherzustellen – es signalisiert den Märkten, dass die Zentralbank bereit ist, zu handeln und die Wirtschaft zu schützen.
Andererseits hat QE auch Nebenwirkungen. Eine übermäßige Liquidität kann Inflation auslösen, besonders wenn die Wirtschaft überhitzt ist. Darüber hinaus fließen günstige Gelder oft nicht in den realen Sektor, sondern in Spekulationen – es entstehen „Blasen“ auf den Börsen und dem Immobilienmarkt. QE verstärkt Ungleichheit. Große Investoren und Unternehmen profitieren zuerst von dem Anstieg der Vermögenswerte, während gewöhnliche Bürger nur den Anstieg der Preise spüren. Wenn das Programm nicht rechtzeitig beendet wird, kann man mit einem Effekt der „Inflationsüberhitzung“ konfrontiert werden, bei dem man für die Rettung der Wirtschaft den Anstieg der Preise zahlen muss.
Was passiert nach Abschluss von QE
Wenn das Ziel erreicht ist, beginnt die Zentralbank den Rückprozess – quantitative tightening (QT




