Der Begriff Margin Call (Margenaufruf) kam vom Aktienmarkt auf den Devisenmarkt Forex. Wörtlich übersetzt bedeutet er einen Anruf wegen Probleme mit der Sicherheit (Margen). Bei einem Verlust und Erreichen einer Summe auf dem Konto des Kunden, die dem Sicherheitsbetrag für die geöffnete Position entspricht, rief der Broker an und bot dem Kunden entweder an, Geld auf das Konto zu überweisen, oder eine Teilposition zu schließen. Telefonanrufe sind in die Vergangenheit gewandert und heute bedeutet bei Forex-Margin-Call die zwangsweise Schließung einer verlustigen Position durch den Forex-Broker, wenn die verbleibende Summe auf dem Konto den Stop Out-Level erreicht, der als prozentualer Anteil des erforderlichen Sicherheitsbetrags ausgedrückt wird.

Wann tritt ein Margin Call auf?
Der Begriff Margin Call ist untrennbar mit dem Begriff Kredithebel verbunden. Auf den ersten Blick sieht alles ziemlich kompliziert aus, aber man sollte sich davor nicht fürchten. Wir erklären den Prozess am einfachsten Beispiel.
Nehmen wir an:
- Konto 5000$
- Kredithebel 1:100, den uns der Broker bereitgestellt hat
- Das Gesamtvolumen des Kontos beträgt 500.000$, von denen 5000 immer noch dem Trader gehören und 495.000 dem Broker
- Geöffnete Position mit Sicherheitsbetrag 1000$
- Am Ende betragen die Mittel (Equity) auf dem Konto 5000 – 1000 = 4000$
- Ein Standard-Lot auf dem Forex-Markt besteht aus 100.000 Währungseinheiten. In unserem Fall gehören 1000 Dollar dem Trader, 99.000 Dollar sind Geld des Brokers, die im Rahmen des Kredithebels bereitgestellt wurden.
Angenommen, der Preis geht in die falsche Richtung und der Verlust steigt. Der Trader hat keinen Stop Loss verwendet, also wächst der Verlust weiter. In welchem Moment tritt der Margin Call ein? Die Antwort ist einfach: Wenn die Summe auf dem Konto gleich oder kleiner als der Sicherheitsbetrag ist, in unserem Fall 1000$. In Zahlen:
5000$ (Anfangssumme) + 495.000$ (Kredithebel) – 4000$ (Verlust) = 496.000$ (bei Schließung des Kontos)
Von diesen 495.000 werden an den Broker zurückgegeben, und 1.000 bleiben auf dem Konto. Wie Sie sehen, verliert der Forex-Broker nichts bei dem Verlust seines Traders, genauso wie er nichts gewinnt, außer der Gebühr. Alle Risiken fallen ausschließlich auf den Trader. Beachten Sie auch, dass es Situationen gibt, in denen die Summe auf dem Konto kleiner ist als berechnet. Das geschieht aufgrund plötzlicher Marktschwankungen. Wenn der Margin Call ausgelöst wird, wird der Verlust fixiert, aber in diesen Millisekunden hat sich der Preis bereits weiter bewegt.
P.S. Im Trader-Community gibt es auch slengartige Ausdrücke wie „es wurde nach dem Stop-Out geschleudert“ und „Morschow Kolja ist gekommen“. Das ist genau das Auslösen eines Margin Calls.





