FORTRADERS.org 06/12: Nicht nur der OPEC-Kartell profitiert von dem Abkommen, sondern auch andere Ölproduzenten. Insbesondere die Hauptverantwortlichen für den Preisabsturz des Öls im Jahr 2014, die US-Schieferölunternehmen.

US-Schieferölunternehmen haben Ölpreise für zwei Jahre abgesichert
Die Ölpreise erreichten Höchststände seit 1,5 Jahren. Wenn noch vor zwei Monaten, als sich die OPEC in Algerien auf eine vorläufige Vereinbarung zur Reduzierung der Ölproduktion einigte, US-Ölfirmen aktiv gegen den Ölpreis hedgten, hat sich dieser Prozess nun noch stärker beschleunigt.
US-Schieferölunternehmen verkaufen Terminkontrakte für Öllieferungen im Jahr 2018, um im Falle eines Preisschwunds ihre Kosten durch Zahlungen aus dem Derivat zu kompensieren.
Dank der umfassenden Offenlegung von Short-Positionen wurde die steigende Ölpreislinie nach dem 2. Dezember glatter. Hier werden Short-Positionen eröffnet, um die Ölpreise für 2017 und 2018 abzusichern.
Der Verkauf so vieler Kontrakte ist groß genug, dass man das Öl für die nächsten zwei Jahre produzieren und sich überhaupt nicht um die Kurse kümmern muss. Es ist logisch, dass man bald einen Anstieg der US-Produktion erwarten kann. Die Anzahl der aktiven Bohrmaschinen steigt weiter, was in jüngster Zeit auch mit einem Anstieg der Ölproduktion begleitet wird.
Als Ergebnis wird die OPEC die Produktion voraussichtlich reduzieren, was zu einem Anstieg der Ölpreise führen wird und den Raum für US-Schieferölunternehmen freimacht, die diese Produktion erhöhen werden. Schon jetzt hat die OPEC ohne jegliche Produktionsreduzierung den US-Ölfirmen einen hervorragenden Vorteil gegeben.
Das OPEC-Abkommen gilt für sechs Monate. Falls entschieden wird, es nicht zu verlängern, wird sich der Markt wieder zu einem erheblichen Überangebot anbieten.
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