ForTraders.org: Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der griechischen Schuldenkrise übt weiter Druck auf den Euro aus, und die Euroländerkonferenz kann derzeit keinen konkreten Ausweg aus der Situation finden, was zu einem Rückgang des EUR/USD-Kurses am Anfang der Woche führte.
Sie meinen, unter Berücksichtigung der fundamentalen Faktoren, gibt es Gründe, mit einem weiteren Anstieg des EUR/USD-Kurses zu rechnen? Ist ein Szenario möglich, in dem die europäische Währung trotz eines beliebigen Ergebnisses der griechischen Situation unter schwere Verkäufe gerät?

Pawel Schipanow, Leiter des Analyseabteilung bei Romanov Capital: Die Entwicklung des Korrekturverlaufs zum Rückgang des Euros war schwach mit der anhaltenden Situation um die Unfähigkeit Griechenlands, einen Teil seiner Schulden aus früheren Krediten zurückzuzahlen, verbunden. Besonders viel Aufmerksamkeit der Händler richtete sich auf das Datum der Erhöhung der Zinssätze der Fed.
Händler auf dem Devisenmarkt haben bereits die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsdefaults und eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone in die Preise eingepreist, weshalb dieses Ereignis kaum Einfluss auf die Stimmung der Investoren hat.
Bis Ende Mai muss das Land 750 Millionen Euro für frühere Kredite von der IMF zurückzahlen, aber drei von vier führenden Ratingagenturen haben vorher mitgeteilt, dass sie die Verspätung bei der Rückzahlung dieser Kredite nicht als Zahlungsdefault betrachten werden. Daher wird dieses Ereignis wahrscheinlich nur schwach auf den Devisenmarkt wirken, indem es aggressive Verkäufe des Euros auslöst.
Im Rahmen der Handelsaktivitäten dieser Woche ist eine Entwicklung einer steigenden Dynamik des Euros gegenüber dem US-Dollar zu erwarten.