Am Mittwoch, dem 15. April 2015, hielt der Chef des EZB, Mario Draghi, eine Pressekonferenz ab, die nach einer Sitzung des Regulators organisiert wurde, auf der beschlossen wurde, den Leitzins bei 0,05 % zu belassen.

Bezüglich des Quantitativen Lockerungsprogramms (QE), das am 9. März gestartet wurde, betonte Mario Draghi, dass die Umsetzung keine Probleme verursacht und bereits einige positive Ergebnisse erzielt wurden.
Insbesondere hob Mario Draghi die verbesserten Kreditbedingungen hervor, obwohl das Kreditwesen weiterhin zurückhaltend bleibt. Die Daten zur Wirtschaft der Eurozone zeigen jedoch, dass sich ihr Wachstum allmählich beschleunigt.
Der niedrige Ölpreis wird weiterhin positiv auf das verfügbare Einkommen von Unternehmen und Haushalten wirken. Exporteure profitieren zudem vom schwachen Euro. Trotz aller Verbesserungen wird die Inflation jedoch in absehbarer Zeit sehr niedrig oder sogar negativ bleiben. Der Preisanstieg wird erst später im Jahr 2015 eintreten, sagte Mario Draghi.
Außerdem informierte der Chef der EZB, dass griechische Banken weiterhin Mittel erhalten werden, solange Sicherheiten dafür vorhanden sind. Der Frage der Schuldenreduzierung in Griechenland wurde auf der EZB-Sitzung erwähnt, aber nicht diskutiert.
Eines der wichtigsten Statements von Mario Draghi, wie die Analysten des ForTraders.org-Magazins erwarteten, war sein Kommentar zum QE. Es wurde mitgeteilt, dass die Bedenken bezüglich der Unzulänglichkeit der Vermögenswerte für das Quantitative Easing-Programm, insbesondere die fehlende Anzahl an Staatsanleihen, übertrieben seien. Der Chef der EZB gab bekannt, dass bei Bedarf das QE angepasst werden könnte und es keine signifikanten Bedrohungen für seine Fortsetzung gebe. Im Zusammenhang mit dem QE überraschte Mario Draghi mit dem Faktum, dass immer mehr Gespräche über eine frühere Beendigung des Quantitativen Lockerungsprogramms stattfinden.
Was die möglichen Risiken durch QE betrifft, teilte der Chef der EZB mit, dass Seifenblasen, die sich aufgrund der großen Liquiditätsmenge in der Wirtschaft bilden, derzeit nicht beobachtet werden. Andererseits stellte Mario Draghi fest, dass ein langer Zeitraum niedriger Zinssätze zu wirtschaftlichen Ungleichgewichten führen könnte. Doch gerade der aktuelle Geldpolitik-Kurs sowie der niedrige Ölpreis seien die Hauptfaktoren für die Erholung der Eurozone, so Mario Draghi.
Die Wechselkurse der Währungspaare EUR/USD stiegen zunächst, kehrten jedoch nach Abschluss der Rede von Mario Draghi zu ihren vorherigen Werten zurück.
