Während der asiatischen Handelsession haben die Ölpreise viele Händler überrascht. Ein starker Anstieg der Kurse und ein ebenso starkes Rückgang innerhalb weniger Stunden. Und das, obwohl keine wichtigen Statistiken veröffentlicht wurden.
Untersuchen wir das Verhalten des Ölpreises während der asiatischen Handelsession

Die Ursache dafür ist die geopolitische Situation um Katar. Die Regierung des Landes wurde beschuldigt, Terroristen zu unterstützen und zu finanzieren. Diplomatische Beziehungen zu Katar haben bereits Ägypten, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und vor allem Saudi-Arabien beendet.
Tatsächlich können diese Maßnahmen der Nachbarn von Katar zu einem Rückgang der Ölexporte führen. Die geopolitische Spannung hat den Bullen auf dem Ölmarkt zugutegekommen und die Kurse stiegen um 1,6 %.
Danach fiel der Ölpreis wieder, nachdem der Chef der Rosneft, Igor Sotschin, eine Erklärung abgab. Laut dem Unternehmen ist Rosneft bereit, jederzeit die Produktion zu erhöhen, falls das OPEC+-Abkommen plötzlich endet.
Diese Rhetorik wirkt beunruhigend. Wenn es die Möglichkeit gibt, dass das OPEC+-Abkommen unerwartet endet, gibt es objektive Gründe dafür. Es ist verständlich, dass Rosneft sich vor möglichen Risiken schützt und nicht bereit ist, einen Marktanteil abzugeben, aber solche lauten Aussagen werden nicht einfach gemacht. Wahrscheinlich vertrauen die Teilnehmer des Abkommens nicht vollständig aufeinander.
Als Ergebnis sanken die Ölpreise wieder an den Punkt, von dem sie einige Stunden zuvor gestiegen waren. Die weitere Entwicklung der Ölpreise hängt in großem Maße von der Aktivität der Schieferölproduzenten in den USA und der Umsetzung des OPEC+-Abkommens ab. Außerdem hat die Produktion in Libyen im Mai zugenommen, wobei die Produktionsmenge um 200.000 Barrel pro Tag gestiegen ist, berichten Experten des ForTraders.org.

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