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Je weniger Zeit bis zum Ende dieses Jahres verbleibt, desto mehr Gespräche über das traurige Zukunftsszenario der globalen Wirtschaft. Und die Schuld daran trägt der fiskale Absturz, vor dem die Vereinigten Staaten stehen.
Dem fiskalen Absturz entgegengehen
Dieser Begriff wurde vor einigen Jahren eingeführt, als die Ablaufzeit der Steuerurlaub Bush ablief, die 2001 und 2003 eingeführt wurden und eine Reihe von Steuervorteilen beinhalteten. Wenn diese Ablaufzeit im Jahr 2010 verlängert wurde, wird es heute aufgrund der Verschärfung politischer Konflikte innerhalb des Landes deutlich schwieriger sein, dies zu tun.
Der fiskale Absturz, der wie eine Damokles-Schwert über der US-Wirtschaft hängt, bedeutet eine Reduzierung verschiedener Vorteile in Höhe von über 600 Milliarden Dollar, wobei nach Einschätzung des Tax Policy Centers die Steuern insgesamt um 500 Milliarden Dollar oder durchschnittlich 3.500 Dollar pro Familie steigen könnten. Gleichzeitig sind Ausgabenkürzungen geplant, die die Verteidigung, die medizinische Versorgung und andere Bereiche betreffen und einen Betrag übersteigen, der 100 Milliarden Dollar beträgt.
Defizit und Staatsschulden
Auf der einen Seite ist diese Politik in Anbetracht der Notwendigkeit, das Budgetdefizit in Höhe von 1,2 Billionen Dollar innerhalb von 10 Jahren zu reduzieren, um den Umfang der staatlichen Schulden zu verringern, durchaus gerechtfertigt.

Wie aus dem Diagramm ersichtlich ist, sind die US-Schulden in den letzten drei Jahren stark gestiegen und haben den Umfang des BIP übertroffen. Daher kann eine Erhöhung der staatlichen Einnahmen bei gleichzeitiger Reduzierung der Ausgaben theoretisch dazu führen, dass sich die aktuelle Tendenz umkehrt. Besonders, da der Kongress derzeit nicht plant, das Schuldenlimit von 16,4 Billionen Dollar zu erhöhen, das gemäß der Meinung des US-Finanzministeriums bis Ende dieses Jahres erreicht werden wird.
Pessimistisches Szenario
Allerdings ist dies nur ein oberflächlicher Blick. Tatsächlich werden sowohl die Bevölkerung spüren, die aufgrund dessen gezwungen ist, den Inlandsverbrauch zu reduzieren, als auch die Wirtschaftsakteure, die aufgrund der Kosteneinsparungen Mitarbeiter entlassen werden. Laut Experteneinschätzungen können etwa 1 Million Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren, und der Arbeitslosenstand wird über 9% steigen.
Wenn man zu diesem die Ausgabenkürzungen hinzufügt, die ein wichtiger Bestandteil des BIP sind, ist ein Rückgang des wichtigsten makroökonomischen Indikators unvermeidlich. Bis Ende 2013 könnte er um 2,9 % sinken.
Die stärksten Pessimisten zeichnen ein düsteres Bild für die globale Wirtschaft. Nach ihrer Ansicht können die USA andere Länder mitreißen, was das globale BIP um 50 % reduzieren könnte. Dabei würden besonders Regionen, die auf Exporte angewiesen sind – die Eurozone, Japan und China – am stärksten leiden. Sie würden schneller die Auswirkungen des amerikanischen Nachfrageabbaus spüren.
Außerhalb meiner Perspektive ist dieses Szenario zu pessimistisch. Wahrscheinlich werden die Republikaner und Demokraten doch noch eine Einigung erzielen und den Rand des finanziellen Abgrunds weiter hinausschieben. Trotzdem kann dies nicht ewig so weitergehen, und in der US-Wirtschaft muss etwas grundlegend geändert werden. Insbesondere in den Bereichen Steuerpolitik, Bildung und Außenhandel. Doch solange das Land vor den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen lebt, ist dies nicht das Thema. Es wäre nicht zu spät gewesen…