Die griechische Schuldenepisode hat alle Finanzmärkte in vollem Umfang aufgewühlt. Auch der russische Rubel ist nicht aus der Reihe gebrochen, wobei sein Kurs die Widerstandszonengrenze von 55-56 Rubel/Dollar überwunden und mit einem drei Monate tiefsten Niveau einen deutlichen Rückgang bis zu 60 Rubel/Dollar verzeichnet hat. Dabei ist zu beachten, dass auch das Öl der Marke Brent sich stark nach unten bewegt und somit zusätzlichen Druck auf den Rubel ausübt.


Der Rubel fällt. Warum?

Die erste Reaktion des Rubelkurses auf die Ereignisse in Griechenland ist augenfällig. Der Rubel fällt. Die Geschwindigkeit des Kursabfalls wird durch Probleme mit schwachen Wirtschaftsdaten und dem Rückgang des Ölpreises verstärkt. Tatsächlich scheint es so, als seien diese nicht nur verstärkend, sondern vielmehr die Hauptursachen. Warum passiert das?
Die Mechanik dieses Prozesses ist ziemlich einfach: Trotz seines erheblichen Aufwärtsbewegungen seit Anfang 2015 bleibt der russische Rubel potenziell schwach. Dies bedeutet, dass bei jedem genug bedeutsamen negativen Ereignis ein starker Druck auf den Rubelkurs ausgeübt wird, was wir gerade beobachten. Dem Rubel ist es schwer, diesem Druck entgegenzutreten.
Im Licht der Ereignisse in Griechenland empfinden Investoren eine berechtigte Angst und fliehen vor risikoreichen Vermögenswerten, wozu der Rubel vollständig gehört. Grob gesagt, investieren die Investoren weg vom Rubel.
Sollte Russland das Schicksal Griechenlands erwarten?
Kann man die Wirtschaften Russlands und Griechenlands vergleichen? Hier lohnt es sich, auf das grundlegende Prinzip zurückzugreifen: “Eine schwache Wirtschaft führt zu einer schwachen Währung, eine starke Wirtschaft zu einer starken Währung”. Beachten Sie, dass die Begriffe “schwach” und “billig”, im Zusammenhang mit einer Währung, keine Synonyme sind, sondern völlig unterschiedliche Konzepte darstellen.

Wenn man dieses Prinzip auf die russische Wirtschaft anwendet, ist klar, dass eine Situation, in der die nationale Währung stark ist, aber die Wirtschaft schwach ist, lange nicht bestehen kann. Daher ist das Aufwärtsbewegen des Rubels bei schwachen Wirtschaftsdaten und wachsendem wirtschaftlichen Krisenabschnitt ein vorübergehendes Phänomen, was wir heute beobachten.
Etwa dasselbe passierte in Griechenland, obwohl es Unterschiede und Besonderheiten der beiden Wirtschaften gibt. Das grundlegende Prinzip der Beziehung “Wirtschaft – Währung” hat funktioniert. Jahre lang wurde dieser Ungleichgewicht ignoriert, was jetzt schmerzhaft bezahlt wird. Nicht nur Griechenland.
Mehr über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen der russischen und griechischen Wirtschaft werden Fakten und wirtschaftliche Indikatoren erzählen.
Laut Schätzungen des IWF für das Jahr 2014 sind die Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und das Kaufkraftparität fast identisch: Griechenland – 25,9 Tsd. Dollar, Russland – 24,8 Tsd. Dollar.
Doch der Mindestlohn in Griechenland betrug zu Beginn des Jahres 2012 876,6 Euro pro Monat (später auf 683,8 Euro pro Monat reduziert). In Russland beträgt der Mindestlohn 6000 Rubel pro Monat oder 90 Euro. Die Differenz ist offensichtlich…
Unter ständigen Schulden lebten die Griechen, wie aus den Zahlen hervorgeht, recht gut. In Russland ist die Situation ähnlich, aber nicht ganz vergleichbar – riesige Gelder aus dem Verkauf von Öl und Gas ermöglichten ebenfalls ein Leben, das nicht immer auf eigenen Mitteln beruhte (siehe Tabelle), doch scheinbar nicht für alle Einwohner des Landes.
Man kann lange über die Perspektiven Griechenlands in der Eurozone spekulieren. Ob die Griechen in der Eurozone bleiben werden, wird die Zeit zeigen. Mit Sicherheit kann man sagen, dass die Prozedur für alle schmerzhaft sein wird. Russischen Entscheidungsträgern wäre es gut, aus dem griechischen Krisenfall wichtige Schlussfolgerungen zu ziehen und nicht nur die Folgen, sondern auch die Ursachen zu berücksichtigen.
3 Fragen zum Jahr 2016 in Russland
Zurück zum Thema “Leben ohne eigene Mittel”. In jüngster Zeit haben Vertreter der Finanzministerien Erklärungen abgegeben über das “Immunität” des Rubels gegenüber den Ölpreisen, was alles nicht so schlecht ist, wie erwartet – der Rubel stabilisiert sich, Sanktionen und Gegenmaßnahmen stimulieren die Wirtschaft, Inflation verlangsamt sich usw. Oder wirklich nicht alles so schlecht ist? Lassen Sie uns herausfinden.

Am Anfang des Jahres 2015 betrug der Staatsschatz etwa 5 Billionen Rubel. Um die Budgetverpflichtungen zu erfüllen, werden aus diesem Fond 3 Billionen Rubel im laufenden Jahr benötigt. Dabei ist zu beachten, dass die Finanzierung staatlicher Programme um 10 % reduziert wurde, die Indexierung der Gehälter von Beamten auf ein Niveau von 5,5 % begrenzt ist, und im laufenden Jahr werden die Gehälter staatlicher Dienstkräfte und einigen anderen Gruppen nicht erhöht.
Daher werden aus den 5 Billionen Rubel bereits 3 Billionen im Jahr 2015 abgezogen. Für das Jahr 2016 sieht die Höhe der “Entnahme” aus dem Staatsschatz geringer aus – auf einem Niveau von 1 Billion Rubel. Wir stellen die Frage: Warum ist die geplante Summe für das kommende Jahr drei Mal kleiner als die aktuelle?
Es scheint, dass diese Berechnungen auf einem Pro




