Die Welt der Kryptowährungen erlebt einen beispiellosen Aufschwung. Bitcoin, Ethereum, Blockchain und Transaktionen sind allgegenwärtig. Wir wissen, dass Bitcoin von Satoshi Nakamoto geschaffen wurde, Ethereum von Vitalik Buterin, Litecoin von Charles Lee und Ripple von Jed McCaleb usw. Während die Biografien aller Kryptowährungsgründer bekannt sind, bleibt die Identität von Satoshi Nakamoto bis heute ein Rätsel.

Wer also ist Satoshi Nakamoto – und was wissen wir wirklich über ihn?
Wie entstand Satoshi Nakamoto?
Im November 2008 wurde eine E-Mail von Satoshi Nakamoto veröffentlicht, die die Bitcoin-Protokollbeschreibung enthielt.
2009 erschien die erste Software für das Bitcoin-Netzwerk. Danach lud Nakamoto Nutzer von Foren zu Kryptoalgorithmen und Verschlüsselung ein, das System zu testen und an seiner Weiterentwicklung mitzuwirken.
Sogar mit seinen engsten Mitarbeitern kommunizierte Nakamoto ausschließlich per E-Mail. Auf der Plattform P2P Foundation ist sein Profil erhalten geblieben – darin heißt es, er komme aus Japan und sei 42 Jahre alt. Auf derselben Plattform finden sich zudem Diskussionen, an denen Satoshi Nakamoto selbst teilnahm.
Im Frühjahr 2011 kündigte Satoshi Nakamoto an, sich „wichtigeren Dingen“ widmen zu wollen. Anschließend übergab er die Kontrolle über die Domain bitcoin.org mehreren Mitstreitern und tauchte danach nicht mehr im Internet auf.
Könnte er Japaner sein?
Der Vorname „Satoshi“ bedeutet auf Japanisch „weise, klar denkend“. „Naka“ hat mehrere Bedeutungen: „mittlerer“, „innerer“, „Verbindung“. „Moto“ steht für „Ursprung“, „Fundament“ oder „Grundlage“.
Darauf gestützt vermuten einige Forscher, dass dieser Name durchaus ein Pseudonym einer Einzelperson – oder sogar einer Gruppe – sein könnte, da Sinn und Bedeutung des Namens und Nachnamens perfekt zum Schöpfer von Bitcoin passen.
Aus dem Namen allein lässt sich jedoch kaum ableiten, ob Nakamoto tatsächlich Japaner war – vor allem, weil dieser Name sehr wahrscheinlich ein Pseudonym ist. Zudem ist unklar, ob „Satoshi Nakamoto“, falls es sich um eine Einzelperson handelt, tatsächlich männlich ist. Hinter der Identität könnte genauso gut eine Frau stecken.
Einige Forscher bezweifeln das japanische Herkunftsargument, da es weder eine japanischsprachige Bitcoin-Software noch einen japanischen Bitcoin-Client gibt.
Befürworter der „japanischen Theorie“ führen als Beleg an, dass bei der ursprünglichen Registrierung der Domain bitcoin.org ein japanischer anonymisierender Dienst genutzt und ein Hosting-Anbieter aus Japan gewählt wurde.
Warum wird nach Nakamoto gesucht?
Ob Satoshi Nakamoto nun Mann, Frau oder eine Gruppe ist – diese Information wäre für viele äußerst wertvoll.
Sie würde nicht nur die Entstehungsgeschichte der Kryptowährungen insgesamt erklären, sondern auch zahlreiche Spekulationen und Gerüchte entkräften, die in Kryptoforen seit Jahren kursieren.
Zudem schürfte Nakamoto zu Beginn des Bitcoin-Netzwerks alle Blöcke allein – und besitzt daher schätzungsweise rund eine Million Bitcoin. Bei aktuellem Börsenkurs entspricht dies knapp 10 Milliarden US-Dollar – eine außerordentlich beachtliche Summe.
Die Geschichte um Satoshi Nakamoto hätte durchaus das Zeug zu einem Hollywood-Blockbuster. Eine detaillierte Darstellung seiner Suche könnte problemlos ein Bestseller werden – und selbst Donzowas Romane übertreffen 😮
Doch interessant ist es doch, oder? Wie weit sind die Forscher bereits gekommen – und wer könnte der tatsächliche Schöpfer von Bitcoin sein?
Wir stellen gleich klar: Es gibt sehr viele Kandidaten für den Titel „Satoshi Nakamoto“, doch alle lehnen die Verbindung entschieden ab und beteuern, weder mit Satoshi Nakamoto noch mit Bitcoin etwas zu tun zu haben.
Hier die bekanntesten davon:
Nick Szabo

Eine Gruppe forensischer Linguisten der Aston University (Großbritannien) analysierte die offizielle Bitcoin-Protokollbeschreibung und kam zu dem Schluss, dass sich hinter Satoshi Nakamoto möglicherweise Nick Szabo verbirgt – Wissenschaftler an der George-Washington-Universität. Grundlage war ein detaillierter Vergleich sprachlicher Merkmale zwischen Nakamotos Protokolltext und Szabos wissenschaftlichen Arbeiten.
Nick Szabo, Experte für Rechtswissenschaft und Kryptographie, entwickelte bereits 1998 das Konzept „BitGold“ – eine digitale Geldalternative. Das Projekt blieb jedoch unverwirklicht. 2008, kurz vor der Veröffentlichung der Bitcoin-Protokollbeschreibung, schrieb Szabo in seinem Blog, er plane, eine digitale Währung endlich zu realisieren. „Zufall? Ich glaube nicht.“
Nathaniel Popper, Autor des Buches „Digitales Gold“ und ehemaliger Mitarbeiter Nakamotos, berichtet, dass Szabo bei mehreren persönlichen Treffen seine Beteiligung an Bitcoin und an der Person Nakamotos strikt bestritt.
Trotz der intensiven Analyse gibt es keine direkten Beweise dafür, dass Nick Szabo und Satoshi Nakamoto identisch sind.
Dorian Satoshi Nakamoto

Im März 2014 veröffentlichte das Magazin Newsweek eine journalistische Recherche mit der Behauptung, den Schöpfer von Bitcoin gefunden zu haben: den amerikanischen Staatsbürger japanischer Herkunft Dorian S. Nakamoto.
Dorian Nakamoto war früher beim US-amerikanischen Geheimdienst CIA tätig und verfügt über umfangreiche Kenntnisse im Bereich Kryptowährungen. Wir gehen hier nicht auf die Einzelheiten der Newsweek-Recherche ein – lediglich darauf, dass Dorian Nakamoto offiziell erklärte, keinerlei Verbindung zu Satoshi Nakamoto oder zur Entwicklung von Bitcoin zu haben.
Zudem engagierte er einen Anwalt und drohte, besonders neugierige Journalisten vor Gericht zu ziehen. Übrigens: Die Mittel für diesen Rechtsstreit sammelt Dorian Nakamoto –