FORTRADER 14/12: Die Ölpreise haben bereits die Niveaus der Jahre 2008-2009 mit 36 bis 37 Dollar pro Barrel erreicht. Trotz aller Sorgen hat das Finanzministerium und der Zentralbank Russlands erklärt, dass die Wirtschaft des Landes bereit ist, mit einem Ölpreis von 30 bis 35 Dollar pro Barrel umzugehen, und die Änderungen in den Prognosen für 2016 sind bereits im pessimistischen Szenario berücksichtigt worden.

Die Zentralbank Russlands ist auf 30 Dollar pro Barrel vorbereitet
Der Leiter des Finanzministeriums der Russischen Föderation, Anton Siluanow, betont, dass die Perspektiven unklar sind und die makroökonomische Situation sich ständig verändert. Laut dem Leiter des Ministeriums wird der niedrige Ölpreis im Jahr 2016 bestehen bleiben und zu Zeiten sogar unter 30 Dollar pro Barrel fallen.
Die Zentralbank Russlands gab bekannt, dass sie erste Berechnungen der Geldpolitik bei einem Ölpreis von 35 Dollar pro Barrel durchgeführt hat. In diesem Fall würde das Bruttoinlandsprodukt Russlands im Jahr 2016 um 2-3 % sinken und die Inflation etwa 7 % betragen. Zusätzliches Preisdrukkommt durch die Schwäche des Rubelkurses, was wiederum die Geschwindigkeit der Lockerung der Geldpolitik verringern wird. Das bedeutet, dass die Zentralbank Russlands die Zinsen senken könnte, selbst wenn der Ölpreis bei 35 Dollar pro Barrel liegt.
In diesem risikoreichen Szenario, bei dem die Ölpreise unter 40 Dollar pro Barrel bleiben werden, bleibt der Budgetdefizit auf einem Niveau von 3 %. Dies gewährleistet, dass keine zusätzliche Geldschöpfung notwendig ist, was sich nicht negativ auf die Inflation auswirken wird, da die Lockerung der Haushaltspolitik ein ernsthafter Inflationsrisiko sei, erklärte Elwira Nabijulina, Leiterin der Zentralbank Russlands.
Zu beachten ist, dass neben dem risikoreichen Szenario auch ein Basisszenario und ein optimistisches Szenario in den Berechnungen der Zentralbank Russlands enthalten sind.
Laut dem Basisszenario wird der Ölpreis zwischen 2016 und 2018 auf einem Niveau von 50 Dollar pro Barrel bleiben. Das optimistische Szenario geht davon aus, dass der Preis bis Ende 2017 auf 75 Dollar pro Barrel steigen wird.
Andererseits weist der Regulator darauf hin, dass die russische Wirtschaft in dem risikoreichen Szenario in der Lage ist, sich an den niedrigen Ölpreis anzupassen, was bereits seit Dezember 2014 geschieht. Zu den potenziellen Risiken gehören eine Verringerung der Löhne und ein Anstieg der Arbeitslosigkeit.
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