20 August, 2026

Wichtige Finanznachrichten zu Beginn der Woche

Nikolay Dudchenko
Rubel-Kurs fällt weiter wegen neuer Sanktionen, steigendem Import und geringem Devisenangebot. Ölpreise bleiben hoch, Aktienmärkte korrigieren.

Wir blicken zurück auf die wichtigsten Entwicklungen an den Märkten der vergangenen Woche.

Rubel: Schwächung setzt sich fort

Wechselkurs Rubel zum US-Dollar
Wechselkurs Rubel zum US-Dollar

Der Wechselkurs des US-Dollars zum Rubel ist über die Marke von 85 Rubel gestiegen. Sollte sich dieser Kurs nachhaltig halten, rückt als nächstes Ziel die Marke von 87 in den Fokus – danach könnte sogar ein Anstieg in Richtung 90 möglich sein. Doch dazu ist es noch zu früh, konkrete Aussagen zu treffen. Der Wechselkurs Euro/Rubel (EURRUB) stieg in der vergangenen Woche um fast 3 % und notiert aktuell nahe 99. Kurzfristig ist durchaus eine Annäherung an die Marke 100 realistisch. Der Wechselkurs Yuan/Rubel (CNYRUB) hat bereits die Schwelle von 12,5 überschritten; nun zeichnet sich möglicherweise eine weitere Aufwärtsbewegung in Richtung 13 ab.

Mittelfristig – mit einer Perspektive von bis zu einem Jahr – besteht eine deutliche Wahrscheinlichkeit für eine Trendumkehr. Langfristig war der Markt, wie bereits mehrfach betont, ohnehin nicht zugunsten des Rubels positioniert.

Was sind die Gründe für die anhaltende Schwächung?

  • Sanktionen: In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die USA sogenannte „Höllensanktionen“ gegen Moskau genehmigt haben. Mittlerweile haben sich auch europäische Länder diesen Maßnahmen angeschlossen.
  • Fehlendes Devisenangebot: Diese Einschätzung bestätigte auch die Bank von Russland in ihrem jüngsten Risikoüberblick für die Finanzmärkte.
  • Fortgesetzter Anstieg der Importe: Hier verfügen wir zwar nur über stark rückblickende Daten – dennoch: Im Juni stiegen die Importe um über 7 % auf 30,8 Mrd. USD, während der Export lediglich um knapp über 0,5 % zunahm.

Eine gesonderte Thematik stellen Geopolitik und die allgemeine Spannungslage dar, die ebenfalls erheblichen Einfluss auf den Rubel ausüben.

Aktien- und Rohstoffmärkte

Der Aktienmarkt begann zu korrigieren. Der MOEX-Index fiel in der vergangenen Woche um 6,4 % und notiert aktuell bei 2115 Punkten. Der Durchbruch über die Marke von 2300 Punkten gelang nicht – trotz intensiver Bemühungen der Bullen.

Von den branchenspezifischen Indizes war der Sektor Metalle und Bergbau am stärksten betroffen: Ein Rückgang von fast 9 % in einer Woche. Auch die Ölindustrie, die Elektroenergiebranche sowie die Chemie- und Petrochemiebranche verzeichneten Einbußen von jeweils über 7 %. Der Finanzsektor lag leicht besser als der Gesamtmarkt, blieb aber ebenfalls im Minus: −3,3 % innerhalb einer Woche.

Internationale Nachrichten

Die Lage im Hormus-Golf bleibt festgefahren. Der Iran beharrt auf Kontrolle über die Meerenge, was für die USA unannehmbar ist. Daher vergeht kaum ein Tag, ohne dass ein weiterer Öltanker beschossen wird. Als Folge bleiben die Ölpreise auf einem hohen Niveau.

In der vergangenen Woche wurden drei zentrale Berichte zum Ölmarkt veröffentlicht: vom OPEC, der Internationalen Energieagentur (IEA) und dem US-Energieministerium (DOE). Alle drei bestätigen ein Marktdefizit von rund 2 Mio. Barrel pro Tag – ein signifikanter Wert.

Langfristig wird dennoch ein Rückgang der Ölpreise erwartet. Treibende Faktoren hierfür sind die sinkende weltweite Nachfrage sowie die mögliche Wiederbelebung des Angebots.

Der Goldpreis bewegt sich weiterhin in der Nähe von 4400 USD – der Markt hat sich vom Tief bei 4000 USD wieder erholt. Ich habe meine Goldpositionen im Portfolio leicht erhöht. Langfristig dürfte der Preis weiter steigen.

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