Der Kurs des Rubels gegenüber dem Dollar konnte sich vor dem Abwärtstrend halten, doch in der Beziehung zum Euro sieht die Situation dramatischer aus – die EUR/RUB-Wechselkurspaar erreichte ein neues Hoch von 9 Monaten über dem Niveau von 71 Rubel/Euro. Im vergangenen Monat verlor der Rubel gegenüber dem Euro 5%. In Zukunft behält der Euro seinen bullischen Impuls bei, und der Druck auf den Rubel und den Dollar wird anhalten.
Wird der Euro-Kurs gegenüber dem Rubel weiter steigen? Auf welche Niveaus ist dies wahrscheinlich? Auf diese Frage antwortete Alexander Kupcikevich, Analyst von FxPro, für das Magazin Fortrader.

Draghi sprach von etwas anderem
Der Euro fühlt sich gut sowohl auf dem internationalen Devisenmarkt als auch gegenüber dem Rubel. Gegenüber dem Dollar stieg die gemeinsame Währung fast um 15 % von ihren Januar-Tiefpunkten. Innerhalb eines Monats, seit dem 27. Juli, stieg der EURUSD über 6 %. Ein solch starkes Aufwärtsmomentum des Euros wird wahrscheinlich nicht lange anhalten, obwohl die veröffentlichte Makrostatistik im Gebiet tatsächlich auf eine Erholung der Wirtschaft hindeutet.
Doch solch ein Anstieg der Währung wird kaum unentdeckt bleiben, da er eine ernste Bedrohung für die Inflation darstellt. Zudem erwarten die Märkte zu selbstsicher, dass die Quantitative Easing-Programme bereits im September beendet werden. Draghi sprach klar von etwas anderem – von einer schrittweisen Reduzierung, die meiner Meinung nach bereits außerhalb des aktuellen Programms stattfinden wird, also bereits im Jahr 2018.
Euro/Dollar könnte leicht abnehmen
Auch in den letzten Tagen kann sich der Rubel nicht mehr hinter steigenden Ölpreisen verstecken. Früher half ihr Anstieg dem russischen Geld deutlich stabiler gegen den Euro und den Dollar zurückzugehen. Doch aktuell ist der Ölpreis plötzlich gesunken und will sich nicht schnell erholen. Die Kombination aus Ölabsturz und Rekordhoch des Euros gegenüber dem Dollar seit Januar 2015 (auf 1,1867) führte dazu, dass der Euro 72 Rubel kostete.
Echtzeit-Kurs des Euros gegenüber dem RubelVon diesen Niveaus aus sollte man sowohl einen Korrekturabfall des Dollars als auch eine Fortsetzung des Aufwärtstrends des Öls beachten. Dabei wird der Sanktionsfaktor in naher Zukunft abnehmen. Mit anderen Worten, die EUR/RUB-Paar riskiert leicht abzunehmen, aufgrund des Rückgangs der gemeinsamen Währung und der Rückkehr des Öls zu einem Anstieg.
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