Das Jahr 2018 wird für die russische Währung ein entscheidender Krisenjahr. In den kommenden Monaten werden die Zuflüssse ausländischen Kapitals, die dem Rubel unter den Bedingungen wirtschaftlicher Sanktionen und 
Der Rubel könnte seine Anlageattraktivität verlieren
Hauptursachen für den möglichen Kapitalabfluss aus Russland sind niedrige Ölpreise, Ausweitung wirtschaftlicher Sanktionen und die Zinserhöhung der Fed.
Erinnern wir uns: Dank der harten Politik der russischen Zentralbank ist der Rubel die Lieblingswährung der Spekulanten geworden. Banken und Fonds nehmen Kredite in Dollar und Euro zu etwa 1 % Jahreszins auf, kaufen rubelgebundene OFZ mit Renditen ab 7,5 % und höher. Bei stabilem oder sogar stärkendem Rubel können sie diese später wieder in Fremdwährung umwandeln und hohe Devisengewinne erzielen.
Doch je mehr die Zentralbank Russlands den Leitzins senkt und die Fed ihn erhöht, desto geringer wird die Zinsdifferenz, was Investitionen in Rubel-Assets weniger attraktiv macht.
Nach der September-Sitzung signalisierte die Fed klar eine Erhöhung der Dollar-Kreditkosten im Dezember und prognostizierte dreimaliges Straffen der Geldpolitik 2018. Zudem begann die Fed, ihren Bilanz zu reduzieren und die übermäßige Dollar-Liquidität abzubauen, die sie nach der Krise 2008 auf die Märkte gepumpt hatte. Gleichzeitig senkte die russische Zentralbank den Leitzins auf 8,5 % – den niedrigsten Stand seit drei Jahren – und signalisierte mögliche weitere Senkungen in den nächsten Quartalen.
Arithmetik des Rubel-Carry-Trades für Anfänger
Derweil nimmt der Druck auf Assets und Papiere von Ländern mit Schwellenwirtschaften zu. Der größte US-Börsenfonds, der in EM-Schulden und Währungen investiert, verzeichnet seit Juli stetige Abflüsse. Kunden forderten 1,2 Mrd. Dollar zurück, was den Fonds zwang, Positionen zu schließen.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Nachfrage weiter sinkt durch schrittweisen Ausstieg globaler Spieler aus EM-Papieren und geopolitische Negative für Russland. Das bedeutet, der Rubel verliert bald seine Attraktivität für Carry-Trades.
Die reale Zinssatz in Russland ist einer der höchsten weltweit: 5,3 % – so viel überschreitet der Leitzins der Zentralbank die Inflation. Der Fed-Zinssatz liegt unter der Inflationsrate, weshalb die reale US-Zinssatz negativ ist.
Anders gesagt: Damit Carry-Spekulanten den Rubel verlassen, muss die russische Zentralbank ihren Zinssatz nicht senken. Es reicht, wenn die Fed ihren fünfmal erhöht und die russische Inflation auf 4,4 % steigt.
Devisenrisiken für den Rubel bleiben
Gleichzeitig sind die Risiken von Rubel-Investitionen nicht verschwunden. Dollar-Einnahmen in Russland hängen zu 60 % von Ölpreisentwicklungen ab. Das macht Assets einiger Länder in Zentral- und Südosteuropa attraktiver. Kleinere Zinsdifferenzen von 1-2 % werden durch viel geringere Devisenrisiken ausgeglichen.
Das US-Finanzministerium soll bis März 2018 die entsprechende Rechtsgrundlage vorbereiten. Braucht man zu erwähnen, dass bei Inkrafttreten solcher Sanktionen Carry-Trade-Operationen sofort eingestellt und massiver Kapitalabfluss einsetzt?
Die Rubel-Risiken beschränken sich nicht auf Sanktionen. Neben ihnen und fallenden Ölpreisen sind Nordkorea, Ukraine und die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland Risikofaktoren.
Fazit
Manche unserer Berechnungen könnten zu pessimistisch wirken. Dann empfehlen wir, den langfristigen Haushaltsprognose des russischen Finanzministeriums zu betrachten. Sie basiert auf chronischer Rubel-Abwertung.
Nach Prognose des Ministeriums beginnt der Rubel-Kursrutsch genau 2018. Der Basisszenario sieht 10 % Abwertung alle 5 Jahre vor, doch bei verschärften US-Sanktionen gegen russischen Staatsverschuldung könnte der Dollarkurs 70 oder gar 80 Rubel deutlich schneller überschreiten.






