ForTraders.org 11/06: Laut einem internationalen Ratingagentur Standard & Poor’s wird Griechenland im Jahr 2015 seinen Verpflichtungen nicht nachkommen und einen Zahlungsausfall erleiden. Aufgrund dessen wurde die Kreditwürdigkeit Griechenlands von CCC+ auf CCC herabgestuft.

Die Veröffentlichung von S&P fiel zeitlich mit den laufenden Verhandlungen zwischen Vertretern Griechenlands, Deutschlands und Frankreichs zusammen, die später ohne Ergebnis blieben. Dies wird indirekt auch in S&P erwähnt, wo man der Ansicht ist, dass Griechenland bewusst den Prozess verzögert. Insbesondere werden die Zahlungen an IMF wahrscheinlich bis Ende Juni um 1,6 Milliarden Euro verschoben.
Wenn man konkreter über die Ergebnisse der Verhandlungen von Tsipras mit Merkel und Hollande spricht, war das Ergebnis traditionell: Die Bemühungen, einen Zahlungsausfall zu vermeiden, müssen verstärkt werden, und der Verhandlungsprozess muss fortgesetzt werden.
Aber es gibt zumindest Fortschritte. Tsipras gab bekannt, dass die Gläubiger Griechenlands begonnen haben, zu erkennen, dass sie einen Kompromiss finden und das Land aus der Schuldenfalle befreien müssen. Dabei werden jedoch keine konkreten Details der Verhandlungen offengelegt.
Eine weitere Begegnung führte Tsipras mit dem Chef der Europäischen Kommission. Auch Programme für Reformen zwischen der griechischen Regierung und der Europäischen Kommission wurden besprochen. Reformen, die Griechenland umsetzen muss, um finanzielle Hilfstransfers zu erhalten.
Was passiert, wenn Griechenland tatsächlich einen Zahlungsausfall erleidet?
Diese Thematik besteht bereits seit langer Zeit, sodass viele sich darauf vorbereitet haben. Ein Zahlungsausfall ist nicht so schrecklich. Etwas riskanter erscheint jedoch der Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Für Deutschland sind dies ernsthafte Bedenken, da andere Länder des Währungsverbunds möglicherweise folgen könnten. Dies könnte zu einem Zusammenbruch in Europa führen, ja sogar weltweit.
Was bedeutet das für Griechenland?
Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum wäre für Griechenland die schlechteste Option. Die Wirtschaft würde in einen noch stärkeren Rückgang geraten, als man sich vorstellen kann. Einführung der Drachme, Devisenverluste der nationalen Währung, Hyperinflation.
Wir erinnern daran, dass Griechenland bis zum Ende des Jahres 2015 Verpflichtungen in Höhe von 22,5 Milliarden Euro tilgen muss, darunter 8,7 Milliarden Euro an den IMF und 6,7 Milliarden Euro an europäische Gläubiger.