ForTraders.org: Die Rendite von langfristigen staatlichen Anleihen steigt und erreicht ihre Höchststände. Vertreter der EZB haben bereits angekündigt, dass im Sommer der Umfang der Käufe von Vermögenswerten erhöht wird. Die Tendenz zum Kapitalabfluss vom Markt der festverzinslichen Instrumente in der Eurozone auf ausländische Märkte bleibt bestehen.
Bedeutet dies, dass der beobachtete Anstieg der europäischen Währung nur ein vorübergehendes Phänomen ist und der stabile absteigende Trend in der EUR/USD-Wechselkurspaar wieder aufgenommen wird und die Wechselkurspaar zur Parität führt?

Mikhail Aristakesyan, Leiter des Informations- und Analysebereichs für globale Märkte der AO “FINAM”: Im Allgemeinen sind wir damit einverstanden, dass der aktuelle Anstieg des Euros vorübergehend ist und der langfristige Trend nach unten geht, mindestens bis zur Parität, und vermutlich sogar noch weiter.
Das Hauptproblem des Euros und der Eurozone ist das Fehlen eines einheitlichen Finanzministeriums und Reformen, die darauf abzielen, die Wirtschaft zu liberalisieren, insbesondere den Arbeitsmarkt. In Bezug auf die aktuelle Situation mit der Staatsverschuldung in Europa ist der Anstieg der Rendite sowohl mit der Unschärfe der Situation in Griechenland als auch mit den kürzlich veröffentlichten Daten zur Verbraucherinflation in der Eurozone verbunden, die erstmals in sechs Monaten jährlich gestiegen ist.
Die EZB trägt in großem Maße die Verantwortung für diese hohe Volatilität, da ihre Kaufprogramme die Liquidität besonders bei langfristigen Anleihen stark reduziert haben.