Der Ölmarkt wurde durch die Veröffentlichung von Daten über Erdölvorräte des US-Energieministeriums beeinflusst. Was hatte den größten Einfluss auf die Kurse?
Der Ölpreis: ein Anstieg um 2,6% dank der Daten über Erdölvorräte des US-Energieministeriums

Der Preis für Brent-Öl erreichte fast $47,6 pro Fass und stieg um 2,6%, nachdem die Daten über Erdölvorräte in den USA veröffentlicht wurden. Für den Ölpreis ist dies bereits die zweite Versuch, sich nach dem Absturz zu erholen, in den letzten zwei Wochen.
Diesmal half der Bericht des US-Energieministeriums:
- Erdölvorräte: +0,118 Millionen Barrel (Vorhersage: -2,1 Millionen Barrel; API: +0,851 Millionen Barrel);
- Strategische Erdölvorräte: -1,406 Millionen Barrel;
- Benzinvorräte: -0,894 Millionen Barrel (API: +1,35 Millionen Barrel);
- Distillatvorräte: -0,223 Millionen Barrel (API: +0,678 Millionen Barrel);
- Ölförderung: 9,250 Millionen Barrel/Tag (ein Rückgang um 100.000 Barrel/Tag);
- Nachfrage nach Öl sank um 0,262 Millionen Barrel/Tag, Importe stiegen um 0,14 Millionen Barrel/Tag, die Auslastung der Raffinerien sank von 94 % auf 92,5 %.
In den letzten 14 Wochen sanken die Erdölvorräte 12 Mal. Die Daten der API verschlechterten die Stimmung am Markt stark, da sie einen Anstieg der Erdölvorräte anzeigten. Die Daten des US-Energieministeriums retteten die Situation, indem sie einen viel geringeren Anstieg meldeten. Dies war das erste kleine positives Signal, das dazu führte, dass die Ölpreise weiter stiegen.
[info_block align=”right”]”Die Volatilitätsspitze am Markt hat mehr emotionale als fundamentale Ursachen”[/info_block]
Auch gegen alle Prognosen wurde ein kleiner Rückgang der Benzinvorräte festgestellt. In der Mitte der Autofahrer-Saison ist dies eine sehr positive Nachricht für den Ölmarkt.
Der Hauptfaktor für den Anstieg war die Meldung über den Rückgang der Ölförderung in den USA um 0,1 Millionen Barrel/Tag. Dabei fiel der Rückgang ungefähr gleichmäßig auf Alaska (-45.000 Barrel/Tag) und andere Bundesstaaten (-55.000 Barrel/Tag). Dieser Rückgang könnte nicht nur mit dem Rückgang der Ölpreise zusammenhängen, wie die meisten auf dem Markt vermuten, sondern auch mit schlechtem Wetter im Golf von Mexiko.
Die Idee, dass die Produzenten in den USA die Fördermenge verringern, weil die Ölpreise gesunken sind, war der Hauptgrund dafür, dass die Kurse ihre Erholung beschleunigten.
Experten des Magazins ForTraders.org glauben, dass die Bedeutung des wöchentlichen Berichts des US-Energieministeriums in diesem speziellen Fall überschätzt wurde. Die Volatilitätsspitze am Markt hat mehr emotionale als fundamentale Ursachen. Die Tendenz zum Rückgang der Ölförderung in den USA hat keine Grundlage. Nur ein Bericht zeigte schwache Daten und der Markt ging in Ekstase und kaufte Öl.
Amerikanische Shale-Unternehmen haben große Mengen Öllieferungen abgesichert und reduzierten ihre Kosten für die Förderung. Sie können einfach nicht vom Markt verdrängt werden. Es ist möglich, dass der nächste Bericht über die Erdölvorräte in den USA völlig anders aussehen wird.

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