09 Mai, 2026 • Aktualisiert 23 Oktober, 2026

Drawdown im Handel – Was ist das?

ForTrader.org
Drawdown (DD) ist der vorübergehende Verlust beim Handel. Wir erklären Arten, Bedeutung und wie man ihn reduziert.

Inhalt

Was ist ein Drawdown beim Forex-Handel?

Im Handel am Devisenmarkt gibt es sowohl Phasen des Depotaufbaus als auch solche, in denen die verfügbaren Handelsmittel sinken. Sobald Verlustgeschäfte so zahlreich werden, dass sie sich deutlich im Handelskonto und in der Statistik bemerkbar machen, spricht man von einem Drawdown.

Was ist ein Drawdown (Drawdown) beim Forex-Handel?

Zu betonen ist: Dies ist ein völlig normales Phänomen, vor dem man sich nicht fürchten oder das man um jeden Preis vermeiden muss. Handel birgt grundsätzlich Risiko – bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals. Daher ist ein moderater Verlust von 15–20 %, solange er kontrolliert erfolgt und zur Handelsstrategie passt, durchaus akzeptabel und gehört zum Alltag eines Traders.

Drawdown (DD) – ist der vorübergehende Rückgang des Kontostands infolge einer Verlustposition. Einfach ausgedrückt: Ein Drawdown ist ein unrealisierter oder realisierter Verlust des Traders.

Arten von Drawdowns beim Forex-Handel

Am Forex-Markt unterscheidet man folgende Arten von Drawdowns:

  • Aktueller Drawdown. Der aktuelle Drawdown entsteht durch offene Positionen, die sich momentan im Minus befinden. Der ursprüngliche Depotbetrag bleibt dabei unverändert, doch der Kontostand (Equity) schwankt je nach Marktrichtung. Ob diese Positionen später mit Gewinn oder Verlust geschlossen werden – oder ob sie sich sogar selbst ins Plus drehen – ist ungewiss. Daher wird dieser Drawdown erst dann ernst genommen, wenn der Verlust bereits erheblich ist. In diesem Fall sollte man die Money-Management-Regeln seiner Strategie überprüfen.
  • Realisierter Drawdown. Ein realisierter Drawdown entsteht, wenn eine Verlustposition bewusst geschlossen wird. Dieser – auch „tatsächlicher“ Drawdown genannte – Verlust mindert den Depotstand um den entsprechenden Prozentsatz.
  • Maximaler Drawdown. Der maximale Drawdown zeigt den höchsten Verlust des Depots innerhalb eines bestimmten Zeitraums an – berechnet jeweils vom vorhergehenden Höchststand des Kontos. Es wird stets der größte Wert ausgewählt. Beispiel: Auf dem Konto gab es drei größere Verluste – 300 $ bei einem Depot von 1.000 $, 450 $ bei 2.000 $ und 200 $ bei 2.500 $. Der maximale Drawdown beträgt hier 450 $.
  • Relativer Drawdown. Der relative Drawdown gibt den maximalen Verlust in Prozent des ursprünglichen Depots an. Dieser Wert spielt bei der Analyse einer Handelsstrategie eine wichtige Rolle, da er angibt, welche Verluste ein Trader bei deren Anwendung kalkulieren muss. Beträgt der relative Drawdown beispielsweise 20 %, so weiß der Trader mit einem Startkapital von 1.000 $, dass er spätestens bei einem aktuellen Drawdown von 200 $ die Positionen schließen und seine Taktik anpassen sollte.
  • Absoluter Drawdown. Der absolute Drawdown zeigt, um wie viel sich der Kontostand gegenüber dem Ausgangswert verringert hat – ausgedrückt in der Depotwährung.

Warum ist die Analyse des Drawdowns wichtig?

Der Drawdown ist ein zentraler Bestandteil jeder Handelsstrategie. Die in der Strategie verankerte Drawdown-Rate zeigt, wie risikobereit Trader oder Portfolio-Manager sind.

Je niedriger der maximale Drawdown, desto konservativer gilt die Handelssystematik.

Investmentfirmen, die Kundengelder verwalten, vereinbaren üblicherweise einen Drawdown von 15–20 %. Privat-Trader, die mit eigenem Kapital handeln, können diesen Wert erhöhen – und damit auch ihr finanzielles Risiko.

Welcher Drawdown gilt als optimal?

Es gibt keine pauschale Antwort darauf, welcher Drawdown als optimal zu betrachten ist. Entscheidend sind vielmehr verschiedene Faktoren: Strategietyp, Depotgröße, psychologische Verfassung des Traders, gewählter Zeitrahmen (Timeframe), Volatilität des gehandelten Assets usw. Dennoch lassen sich drei Orientierungswerte nennen:

  • Drawdown von 15–20 %: Ein praktikabler und durchaus normaler Bereich. Er ist meist ohne größere Anpassungen der Strategie wieder auszugleichen.
  • Drawdown von 21–35 %: Ein kritischer Bereich. Hier empfiehlt sich eine Reduzierung der Positionsvolumina. Ab etwa 30 % sollte man die Handelsstrategie auf mögliche Fehler im Risikomanagement überprüfen.
  • Drawdown von 36–55 %: Ein klares Warnsignal – der Verlust droht außer Kontrolle zu geraten. Alle offenen Positionen sollten geschlossen und die Ursachen für diesen starken Drawdown analysiert werden.

Wie lässt sich der Drawdown beim Forex-Handel reduzieren?

Die wichtigsten Maßnahmen zur Minimierung von Drawdowns sind:

  • Setzen eines Stop-Loss – dessen Größe sollte 5 % des gesamten Kontostands nicht überschreiten. Der Stop-Loss wird immer gleichzeitig mit der Eröffnung einer neuen Position platziert – niemals später.
  • Optimale Hebelnutzung – ein zu hoher Hebel kann nicht nur zu Drawdowns führen, sondern auch zum kompletten Verlust des Depots.
  • Verzicht auf Handel in instabilen Marktphasen – selbst bei Einhaltung der ersten beiden Regeln kann ein Trader innerhalb einer einzigen Sitzung fast die Hälfte seines Kapitals verlieren. Nach mehreren erfolglosen Trades ist es ratsam, den Handel für den Tag einzustellen und sich anderen Aufgaben zuzuwenden.
  • Risikoadäquate Gewinnmitnahme – beim Setzen eines Take-Profit sollte man nicht gierig sein; die Zielmarke muss stets der aktuellen Marktdynamik entsprechen.

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