Die Heikin Ashi-Preisgrafik-Technik wurde erstmals im Februar 2004 in der Zeitschrift „Technical Analysis of Stocks & Commodities“ vorgestellt, ihr Autor ist Dan Valcu. Im Japanischen bedeutet „heikin“ „Mittelpunkt“ oder „Gleichgewicht“, „ashi“ wird als „Bein“ oder „Streifen“ übersetzt. Die Kerzen, die mit dieser Technik erzeugt werden, unterscheiden sich von den uns bekannten japanischen Kerzen.

Abbildung 1. Standardkerzengraphik und Heikin Ashi-Graphik, EURUSD, H4.
Reine Heikin-Ashi-Kerzen können erhalten werden, wenn der Preisgraph als Linie dargestellt und farblos gemacht wird. Wenn Heikin-Ashi-Kerzen jedoch zusammen mit japanischen Kerzen angezeigt werden, wird der Graph schwer zu lesen (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2. Heikin Ashi auf einem Chart mit klassischen Kerzen.
Formel zur Berechnung des Indikators
Bei der Erstellung des Indikators werden modifizierte Öffnungspreise, Höchstpreise, Tiefstpreise und Schlusskurse (Open, High, Low, Close) verwendet. Die modifizierten Preise werden wie folgt berechnet:
- haClose = (O+H+L+C)/4;
- haOpen = (haOpen (vorheriger Bar) + haClose (vorheriger Bar))/2;
- haHigh = maximales Wert aus (H, haOpen, haClose);
- haLow = minimales Wert aus (L, haOpen, haClose);
Dabei stehen O, H, L, C für die Preise des aktuellen Bars: Open, High, Low, Close.
Eigenschaften des Heikin-Ashi-Indikators
Bei einem starken aufsteigenden Trend haben Kerzen oft keine unteren Schatten. Der Grund wird klar, wenn man nochmals auf die Formel achtet: Der Öffnungspreis des aktuellen Bars nach der Heikin-Ashi-Technik (HA) ist der niedrigste Preis dieses Bars, da er stets in der Mitte des Körpers der vorherigen HA-Kerze liegt, während der tatsächliche Tiefstpreis in diesem Zeitraum immer über dem haOpen liegt. Auf einem starken absteigenden Trend sieht es umgekehrt aus.
Eine weitere Eigenschaft: Auf Heikin-Ashi-Charts gibt es niemals Gaps. Der Grund dafür ist wiederum der haOpen – dieser Preis ist die Mitte des Körpers der vorherigen Kerze, die ebenfalls nach der HA-Technik gebildet wurde.

HA-Kerzenmodelle passen sich nicht so gut in die klassischen Modelle an, zudem sind ihre Anzahl deutlich geringer.
Signale der Heikin-Ashi-Methode
- Kraftvolle bullische Kerzen mit großen Körpern und kurzen Schatten (oder sogar ohne Schatten) deuten auf einen starken bullischen Trend hin, der eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, fortgesetzt zu werden.
- Kerzen mit kleinen Körpern und langen Schatten ähneln den klassischen „Doji“ und zeigen ein Verlangsamung oder einen Trendwechsel an.
- Bullische Kerzen mit kurzen Schatten weisen auf eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Fortsetzung eines bullischen Trends hin.
- Alles oben Genannte gilt auch für bearische Trends.
Was die Anwendung der HA-Technik im Handel betrifft, so wird empfohlen, ihre Signale nicht in reiner Form zu nutzen. Sie ist am effektivsten in Kombination mit Oscillatoren, um das Ende von Korrekturen zu bestimmen, und mit Trendindikatoren, um die Stärke des Trends zu bestimmen.





