Artikel wirtschaftlicher Medien sind voll mit dem Wort “Ausfall”, und für den durchschnittlichen Leser ohne wirtschaftliche Ausbildung entsteht der Eindruck, dass Ausfall mindestens ein lokales Ende der Welt bedeutet. Dabei besteht häufig der Wunsch, die aufbewahrten Dollars (Euro, mexikanische Pesos oder mongolische Tugriks) für etwas zu tauschen, was dieser “schreckliche Ausfall” sicher nicht betrifft. Lassen Sie uns klären, was ein Ausfall ist?


Inhalt
- Was ist ein Ausfall?
- Wie funktioniert ein Ausfall
- Aktionen des Staates während eines Ausfalls
- Wie wirkt sich ein Ausfall auf die Bevölkerung aus
- Vorteile des Ausfalls
- Schlussfolgerungen
Ausfall in einfachen Worten
In erster Linie ist festzustellen, dass unter dem Begriff “Ausfall” (engl. Default – Nichterfüllung von Verpflichtungen) jeder Verzicht auf die Erfüllung von Schulden verstanden wird.
Im einfachsten Sinne ist ein Ausfall nichts anderes als Bankrott. Allerdings hat es im finanziellen Bereich einen engeren Sinn und bezeichnet den Verzicht eines Landes auf seine Schulden. Wir werden den Ausfall in diesem Kontext betrachten.
Wir ziehen eine klare Grenze zwischen den Begriffen “souveräner Ausfall” und “technischer Ausfall”.
- Souveräner Ausfall bedeutet den Bankrott eines Landes, der zum Rückgang aller wirtschaftlichen Sektoren und somit zur Unfähigkeit führt, Zahlungen an externe und interne Schuldverpflichtungen zu leisten.
- Technischer Ausfall ist die Erfüllung eines Teils der staatlichen Schuldverpflichtungen mit Überschreitung der Vereinbarungen. Dabei bleibt das Land zahlungsfähig.
Beispiel für einen Ausfall
Zur Veranschaulichung geben wir ein einfaches Beispiel aus dem Leben. Sie arbeiten auf einer Baustelle. Am Tag der Gehaltszahlung teilt Ihnen der Chef mit, dass keine Gelder vorhanden sind und es kein Gehalt gibt. Die Optionen:
- “Kein Geld, alles gestohlen, rettet mich!”. Ihr Unternehmen erklärt einen “souveränen Ausfall”. Seine Verpflichtungen gegenüber Ihnen werden nicht erfüllt, und Sie gehen mit leeren Taschen nach Hause. Das Unternehmen ist bankrott gegangen, weil es sich weigerte, mit Ihnen abzurechnen.
- Ihr Unternehmen erklärt einen “technischen Ausfall” und statt des Gehalts erhalten Sie zwei Säcke Zement. Das Unternehmen hat also einen Teil seiner Schuldverpflichtungen gegenüber Ihnen erfüllt, aber dabei die vereinbarten Bedingungen überschritten. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen zahlungsfähig aufgrund der großen Menge an Baumaterialien.
Seit den 70er Jahren haben bereits 75 Länder einen Ausfall bei Bankkrediten erklärt. 12 Länder haben einen Ausfall bei der nationalen Währung erklärt. Ein Ausfall bei innerstaatlichen Schulden wird seltener erklärt als bei ausländischen, da der Staat den innerstaatlichen Schulden durch die Nutzung des “Gelddruckers” entgegenkommen kann. Bei der ausländischen Währung haben jedoch 76 Länder einen Ausfall erklärt, wobei einige davon mehrfach gewesen sind.
Der Mechanismus des Ausfalls: Einblick in das Innere

Die Hauptrolle bei der Entstehung von Kreditproblemen spielt die kurzfristige Politik der Regierungen, die bereitwillig Kredite übernehmen, aber nicht über die Mittel verfügen, sie effizient zu nutzen.
Der erste Schritt zum Ausfall ist die Erreichung des Zugangs der Regierung des Schuldners zu internationalen Finanzquellen: IMF, Weltbank, Paris Club und größte Banken entwickelter Länder. Zum Beispiel empfiehlt die IMF Schuldnehmern, hohe Zinssätze für staatliche Anleihen festzulegen, was den Zufluss von Kapitalinvestoren auslöst, die nach rentablen kurzfristigen Investitionen suchen. In die Wirtschaft des Schuldners fließen enorme Mengen, was einen kurzfristig positiven Effekt hat, der die Illusion vermittelt, dass das Land auf dem richtigen Weg ist. Wie die harten Realitäten der Lebens zeigen, können viele Kredite sogar nicht bis in die Wirtschaft gelangen, sondern bleiben in den Händen jener, an denen die Finanzen vorbeigehen.
Früh oder spät kommt die Zeit der Rückzahlung der Kredite. Normalerweise kann der Staat dies nur teilweise mit eigenen Mitteln tun und ist gezwungen, wieder Gelder über den inneren und äußeren Markt zu beschaffen, was, mit seltenen Ausnahmen, zu einer Zunahme des Staatsschuldenstands führt.
Wenn die Wirtschaft des Landes positiv ist und ein echter Quelle für die Rückzahlung der eingesetzten Gelder darstellt, bieten die Gläubiger problemlos weiterhin Kredite an. Doch sobald die ersten Anzeichen von Instabilität in der Wirtschaft oder politischen Situation auftauchen, verringert sich die Anzahl der Gläubiger augenblicklich, und gleichzeitig steigen die Zinssätze für die Schuldverpflichtungen wie Hefe. Im Grunde ist der Mechanismus des Ausfalls bereits in Gang gekommen, und sein Eintreffen ist nur eine Frage der Zeit.
Was tut der Staat während eines Ausfalls?
Natürlich wendet sich der Staat an verschiedene finanzielle Institutionen, um Hilfe zu bitten. Urgent externes Finanzieren bringt ihm nur vorübergehende Rettung, spielt aber auch eine wichtige Rolle. Großer privater Kapital kann sich aus dem Markt des Problemlandes zurückziehen und seinen Besitzer durch die Erzielung großer Gewinne aus Zinszahlungen und Verkauf von Schuldverschreibungen bereichern. Es gilt das Sprichwort: “Für manche ist Krieg, für andere ist die Mutter lieb”.
Normalerweise setzen die gleichen finanziellen Quellen, die den Kreditvergabe-Prozess am Anfang förderten, den Abschluss der Ausfall-Episode. Früh oder spät kommt der kritische Moment, in dem Kredite an das Land auch unter den fantastischsten Zinssät





