Die Bollinger-Bänder (BB) sind ein dynamischer technischer Indikator, der zur Identifikation von Preis-Kanälen, Trendrichtungen und Unterstützungs-/Widerstandsniveaus verwendet wird. Sie basieren auf der Marktvolatilität, die durch Standardabweichungen von einem gleitenden Durchschnitt gemessen wird.
Was sind Bollinger-Bänder?
Die Bollinger-Bänder bestehen aus drei Linien: einer Mittellinie, die ein gleitender Durchschnitt über typischerweise 20 Perioden darstellt, sowie einem oberen und unteren Band, die jeweils zwei Standardabweichungen vom Mittelwert entfernt sind. Diese Bänder passen sich automatisch an die Volatilität des Marktes an – sie weiten sich bei hoher Volatilität und verengen sich bei niedriger.
Anwendung im Trading
- Preiskanäle: Die Bänder bilden dynamische Kanäle, in denen sich der Preis bewegt. Ein Ausbruch über das obere Band kann auf starken Aufwärtstrend hinweisen, ein Durchbruch unter das untere Band auf Abwärtstrend.
- Trendrichtung: Wenn der Preis kontinuierlich am oberen Band entlangläuft, deutet das auf einen starken Bullentrend hin. Umgekehrt gilt das für Bärenmärkte am unteren Band.
- Unterstützung und Widerstand: Die Bänder dienen als dynamische Unterstützungs- und Widerstandsniveaus. Besonders nützlich ist die Anwendung auf Volumen: Das obere Bollinger-Band mit 233 Perioden und 3 Standardabweichungen markiert extreme Volumenwerte, die potenzielle Unterstützungs- oder Widerstandsbereiche anzeigen.
- Volatilität messen: Eine Verengung der Bänder signalisiert niedrige Volatilität und oft bevorstehende starke Bewegungen (Bollinger-Squeeze).
Beispiele aus der Praxis
Im SPY ETF-Chart zeigt hohes Volumen über dem oberen Bollinger-Band auf Umsätze Konsolidierungszonen und Marktinteresse an. Solche Volumenpeaks treten häufig mit Seitwärtsbewegungen zusammen und markieren wichtige Zonen.
Bei Bitcoin-Trading helfen Bollinger-Bänder zusammen mit RSI und gleitenden Durchschnitten, überkaufte oder überverkaufte Zustände zu erkennen. Ein Preis unter dem unteren Band kann eine überverkaufte Lage signalisieren.
Im DAX-Beispiel führte ein Kursrückgang unter das untere Bollinger-Band zu einer temporären Erholung, da die Bänder sich ausweiteten.
Kombination mit anderen Indikatoren
Bollinger-Bänder enthalten gleitende Durchschnitte und werden oft mit RSI, MACD oder Volumenindikatoren kombiniert. Die Verschachtelung – Output eines Indikators als Input für einen anderen – erhöht die Zuverlässigkeit.