Was ist der Recovery Factor im Forex-Handel?
Recovery Factor (Wiederherstellungsfaktor) ist einer der wichtigsten Kennwerte zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit einer Handelsstrategie. Er berechnet sich als Verhältnis des absoluten Gewinns zur maximalen Drawdown-Tiefe. Der Recovery Factor wird üblicherweise in Punkten oder Prozent angegeben.
Dieser Wert zeigt an, um wie viel die gesamte erzielte Gewinnsumme die maximale Drawdown-Tiefe übersteigt. Zudem gibt der Recovery Factor einen Hinweis auf die Reserven einer Handelsstrategie, um sich nach Drawdowns wieder zu erholen.

Wie wird der Recovery Factor einer Handelsstrategie berechnet?
Der Recovery Factor kann auf zwei verschiedene Arten berechnet werden – mit jeweils unterschiedlichen Ergebnissen.
- Erste Methode
Die traditionelle (klassische) Berechnung erfolgt als einfacher Quotient aus Nettogewinn und maximaler Drawdown-Tiefe:
Recovery Factor = Nettogewinn / maximaler Drawdown
- Zweite Methode
Allerdings ist das Ergebnis der ersten Methode nicht vollständig objektiv, da für die Gesamtgewinnentwicklung über den betrachteten Zeitraum auch die kumulierte Drawdown-Summe berücksichtigt werden sollte:
Recovery Factor = Nettogewinn / kumulierter Drawdown
Der nach der zweiten Methode berechnete Recovery Factor liefert eine tatsächlich objektive Bewertung der Stabilität bzw. Zuverlässigkeit eines Handelssystems.
Derzeit wird der Recovery Factor jedoch auf allen größeren Internetplattformen – einschließlich seiner Anwendung auf PAMM-Konten – ausschließlich nach der ersten Methode berechnet.
Welcher Recovery Factor gilt als optimal?
Je höher der Recovery Factor, desto schneller erholt sich das System nach einem Drawdown. Bei einem Vergleich zweier Strategien ist diejenige mit dem höheren Recovery Factor die bessere Wahl.
Für wirklich stabile und zuverlässige Forex-Handelsstrategien sollte der Recovery Factor mindestens 15,0 betragen (je höher, desto besser). Ein professionelles Niveau erreichen Strategien ab einem Wert von 20 und mehr.
Allerdings ist der Recovery Factor ohne Angabe des Testzeitraums kaum aussagekräftig. So würde beispielsweise eine Strategie, die innerhalb von fünf Jahren 15.000 Punkte Gewinn bei einem Drawdown von 3.000 Punkten erzielt – inklusive eines Jahres mit durchgängigen Verlusten – zwar als „normal“ eingestuft, doch würden nur wenige Trader bereit sein, danach zu handeln.