ForTraders.org 08/07: 5 Tage werden für die Lösung der griechischen Problematik gegeben. Der Eurogruppen-Gipfel blieb außen vor und entschied sich nicht, Griechenland ein „Nein“ zu sagen. Daher ist eine neue Konferenz in Brüssel am Sonntag angesetzt, bei der die Regierungschefs der Mitgliedstaaten und die Leitung der Europäischen Union zusammentreffen werden. Es wird erwartet, dass auf dem EU-Gipfel, der am 12. Juli stattfinden wird, eine endgültige Entscheidung über Griechenland getroffen wird, andernfalls kann der Krisenfall nicht verhindert werden. Wie dieser Krisenfall aussehen könnte, wurde bereits mehrfach erwähnt.

Griechenland erhält eine letzte Chance
Griechenland hätte bereits nach dem Eurogruppen-Gipfel ein „Nein“ erhalten können, doch das Ergebnis war vorteilhafter. In diesen 5 Tagen haben beide Seiten die Möglichkeit, ihre Gedanken zu sammeln und sich auf den abschließenden Verhandlungsstadium vorzubereiten.
Frankreich gegen Deutschland
Zunächst bekommt Griechenland Zeit und Gelegenheit, einen Kompromiss zu erreichen. Zweitens müssen Frankreich und Deutschland eine gemeinsame Meinung bilden. Wenn Merkel eine härtere Position einnimmt, dann klingen französische Erklärungen so, als wären sie bereit, alles zu tun, um Griechenland nicht aus der Eurozone zu verlieren.

Möglicher Start einer kurzfristigen Finanzierungsprogramm für Griechenland
Auch Merkel bestreitet nicht, dass bei Vorlage eines angemessenen Reformplans durch Athen, eine kurzfristige Finanzierungsprogramm vereinbart werden könnte, wie es der griechische Premierminister Alexis Tsipras wünschte. Die Dauer dieses Programms könnte bis zu einem Monat betragen, um einen weiteren Debitorenverlust zu vermeiden. Das Thema der langfristigen Programme ist zentral, aber dies ist komplizierter, da in diesem Fall Griechenland Maßnahmen zur Wiederherstellung der Wirtschaftsbedingungen erfordert. Die Diskussion über ein langfristiges Programm erfordert eine neue Genehmigung durch die Parlamente der Länder, jedoch kann dieser Prozess schnell gestartet werden, hängt aber wiederum von den Griechen ab.
Die EZB spielt ihre Rolle als Regulator
Währenddessen lehnt die EZB den Verzicht auf Griechenland nicht ab und wird weiterhin die Bankenwirtschaft Griechenlands unterstützen, solange die Verhandlungen nicht scheitern. Es ist bekannt, dass der neue Finanzminister Griechenlands, Euclid Tsakalotos, der an Stelle von Varoufakis kam, den Verhandlungsprozess beschleunigte, was auch zum Erreichen eines Kompromisses beiträgt.
Ist die Stabilität Europas wichtiger als die Probleme Griechenlands?
Um konstruktive Gespräche auf dem Gipfel zu ermöglichen, muss Griechenland bis Donnerstag einen detaillierten Reformplan vorbereiten. Aufgrund der Position der griechischen Bevölkerung, die mit einem „Nein“ bei der Volksabstimmung ihre Willenskraft zeigte, sind keine Nachlässe in den Anforderungen an Athen zu erwarten. Auf Grundlage des vorläufigen Berichts des IWF, fordert Griechenland eine Reduzierung des Schuldenstands um 30% und eine Verschiebung aller Zahlungen bis 2020.
Die Möglichkeit, den griechischen Schuldstand zu restrukturieren, wird erst im Herbst in Betracht gezogen, sagte der Chef der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker. Außerdem wird es nicht möglich sein, über eine Aussetzung zu sprechen, bis ein neues Hilfsprogramm für Griechenland entwickelt wird. Im Moment wird über verschiedene Szenarien der Ereignisse gearbeitet, bis hin zur Umsetzung eines Grexit (Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum), sagte Juncker. Die Absicht der Europäischen Kommission besteht darin, Griechenland im Euro-Raum zu halten, doch dies ist nicht möglich, wenn Griechenland nicht tut, was nötig ist.

Geopolitische Folgen für Europa werden nicht vorbeigehen, wenn die Verhandlungen dazu führen, dass Griechenland in Insolvenz gerät, sagte der Chef des Europäischen Rates, Donald Tusk. Der Frist läuft in 5 Tagen ab und ist tatsächlich endgültig, sagte der Beamte.
Laut Experten versuchen die Regierungen der EU schon lange nicht mehr für Griechenland, sondern für die Erhaltung der Integrität des Währungsblocks, was die Wahrscheinlichkeit eines negativen Szenarios erhöht, doch diese Stimmungen fanden auf den Märkten keinen Niederschlag.
Die Märkte sehen positiv auf die Ergebnisse des Gipfels
Viele risikoreiche Vermögenswerte hielten ihren Abwärtstrend an, unter anderem stoppte auch der Ölpreis seinen Rückgang, sowie der Euro und die amerikanischen Aktienindizes. Nur eine Stunde brauchte es, um nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Eurogruppen-Gipfels die täglichen Verluste zu revidieren.




