ForTraders.org 07/04: China und andere aufstrebende Länder haben führende Positionen in der globalen Wirtschaft eingenommen und die USA aus diesem Olymbereich verdrängt.
Laut dem ehemaligen US-Finanzminister Lawrence Summers, der nach wie vor einflussreich ist, müssen sich die amerikanischen Behörden mit dem Faktor einer teilweisen finanziellen Isolation ihrer Wirtschaft auseinandersetzen.

Gefahren für die US-Wirtschaft
Zunächst betrifft dies den Asien-Pazifik-Bank für Infrastrukturinvestitionen (AIIB). Großbritannien und Japan, die Länder, die in den letzten Jahrzehnten immer auf der Seite der USA standen, hörten nicht auf die Warnungen ihrer amerikanischen Kollegen, nicht der von China geschaffenen Finanzinstitution beizutreten.
Das Problem war lange bekannt, und die USA benötigen dringend eine Neubewertung ihres Verhältnisses zur Weltwirtschaft und ihrer Rolle darin, sagt Summers.
Wenn man den Aufstieg Chinas betrachtet, kann man mit Sicherheit sagen, dass es die USA in Bezug auf die Größe der Wirtschaft bereits eingeholt hat. Aufstrebende Wirtschaften produzieren bis zur Hälfte der weltweiten Produkte. Die US-Politik, Druck auf Länder auszuüben, verschlechterte die Situation nur.
Die innerpolitischen Streitigkeiten in den USA führten zu einer Reihe von Entscheidungen, die zwar angenommen wurden, aber äußerst wichtig waren. Reformen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurden nicht durchgeführt, was einen direkten Konkurrenten für den AIIB darstellt. Die Rolle des IWF verringerte sich allmählich, da seine Teilnahme an der Entwicklung von Infrastrukturprojekten eingeschränkt wurde, wodurch aufstrebende Länder auf andere Kreditgeber zurückgreifen mussten.
Laut Summers sollten die USA im Moment drei Dinge verstehen, wenn bereits viel geschehen ist.
Zunächst müssen innenpolitische Streitigkeiten einen Kompromiss finden. Es sollte keinen einseitigen Blick auf die Situation mit persönlichen Motiven geben. Insbesondere während eine Partei gegen jegliche Handelsabkommen ist und die andere das Finanzierungsbudget internationaler Organisationen beschränkt, können die USA nicht ausreichenden Einfluss auf die zukünftige globale Wirtschaftsordnung haben.
Die internationale Gemeinschaft hat auch das Recht, unzufrieden mit der US-Politik zu sein. Es gibt ständigen Druck auf Entscheidungen, die in anderen Ländern getroffen werden, sowie auf unabhängige Agenturen und Zentralbanken.
Kann die USA ein weltweit führender Staat sein, hängt davon ab, ob sie ihre eigenen Interessen allein verfolgen. Der US-Dollar könnte seinen Status als führende Weltwährung verlieren, wenn die USA weiterhin Maßnahmen ergreifen, die die Nutzung des Dollars einschränken.
Zweitens, aber nicht weniger wichtig, besteht die Notwendigkeit, sich dem Mittelstand zu widmen. Alle Aktionen sollten auf die Bedürfnisse des Mittelstands abzielen. In der aktuellen Situation wird entweder die Schicksalsfrage der Eliten oder die Extremarmut diskutiert, aber nicht die Probleme des Mittelstands. Das ist ein Weg ohne Ziel.
Drittens, die Ausrichtung auf Investitionen. Große Kapitalmengen warten auf ihre Zeit und sind starken Druck durch fallende Preise ausgesetzt. Nachfrage könnte ihren Anstieg noch eine Weile nicht stimulieren.
Eine Umorientierung der Politik von Sparmaßnahmen hin zu Investitionen ist notwendig. In Zukunft wird niemand erwarten, dass die Schlüsselsätze der Zentralbanken entwickelter Länder weit von der Nullmarke entfernt sind. Zielwerte für Inflation werden wahrscheinlich nicht erreicht werden.
All dies ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu größeren Maßnahmen. Laut Summers wird März 2015 in der Zukunft nicht als Beginn des Endes, sondern als Signal zum Handeln bewertet, das entweder übersehen oder mit Weisheit genutzt werden kann.
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