Einfache grafische Modelle im Forex-Handel und an Börsen ermöglichen nicht nur ein Verständnis für eine mögliche Änderung der Stimmungen der Marktteilnehmer, sondern auch die Identifizierung ihrer Vorlieben. Dies wird durch die gemeinsame Analyse der Volumen- und Kursentwicklung erreicht.

Ursachen für das Entstehen des Dochimodells
Ein einfaches Beispiel ist die Bildung des Dochimodells auf dem Chart, das Unsicherheit der Investoren darüber zeigt, ob die aktuelle Tendenz fortgesetzt wird. Dies wird normalerweise mit einem unklaren Nachrichtenumfeld oder Erwartungen wichtiger Ereignisse in Verbindung gebracht, vor denen sich der Markt versteift und lieber Fakten abarbeitet als Gerüchte. Als Ergebnis entsteht auf dem Chart ein Eindruck von Gleichgewicht, der sich in der Nähe der Schluss- und Öffnungskurse widerspiegelt.
Laut Forschern deutet das Auftreten des Dochimodells auf einem steigenden Markt, bei sinkenden Volumina, auf eine Erschöpfung der Nachfrage hin, was letztendlich einen Umkehrung des Bullen-Trends oder eine Korrektur auslösen kann. Das gleiche gilt für den Bärenmarkt. In diesem Fall geht es um die Erschöpfung des Angebots.
Rückgang des täglichen Volumens in der Währungspaar USD/RURSo führte beispielsweise im Ende 2012 am Futures-Markt für Dollar/Ruble eine Abnahme des täglichen Handelsvolumens, bestätigt durch den Stundenchart, zu einer Korrektur (siehe Abbildung 1).
Mögliche Filter für Handelssignale des Dochimodells
Dabei setzt der Trader zur Steigerung des analytischen Wertes des Dochimodells oft Systeme von Filtern, was in bestimmten Situationen nicht immer logisch und effektiv ist.
Zum Beispiel können Vergleiche der Volumina mit 3-4 vorherigen Bären oder niedrigere (höhere) Schlusskurse unter Berücksichtigung der ursprünglichen steigenden (fallenden) Tendenz verwendet werden.
Heißt das, dass der Trader nur auf Dochibars mit geringer Handelsaktivität achten sollte? Nicht unbedingt! Wie die Praxis zeigt, liegt der Schlüssel zum Verständnis und effektiven Einsatz des Dochimodells darin, die Marktvorlieben durch Übergang zu einem intra-day-Zeitrahmen zu identifizieren.
Dochis bei hohen VoluminaDas grafische Modell „Dochi“ bei hohen Handelsvolumina
Anfang Januar 2013 bildete sich am Rohstoffmarkt ein grafisches Modell „Dochi“ bei hohen Volumina, auf das besondere Aufmerksamkeit gerichtet werden sollte (siehe Abbildung 2).
Beim Wechsel zu einem Stundenchart und der Analyse seiner Struktur konnten folgende Punkte festgestellt werden: Erstens lag der Bar mit breitem Spread und erhöhtem Volumen weit weg von der Widerstandslinie, was stets Zweifel auslöst, basierend auf der Frage „Wenn jemand auf guten Nachrichten kauft, wer verkauft ihm dann?“. Zweitens entstand nach ihm eine Konfiguration „Begrenzung des Bereichs“, deren Umsetzung starke Bärenstimmungen auf dem Markt bestätigte. Als Ergebnis fielen die Futures-Kurse auf sechswochene Minima (siehe Abbildung 3).
Dochis mit erhöhtem Volumen auf kleinerem ZeitrahmenDemnach sollte man nicht den großen oder kleinen Volumina des Dochimodells besonders Aufmerksamkeit schenken. Vielmehr kann es sinnvoll sein, versuchen, das Verhalten einzelner Investoren durch Übergang zu einem kleineren Zeitrahmen zu erklären.




