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02 September, 2026

Wie Banken mit Kartenzahlungen Gewinn erzielen

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Für den Käufer wirkt die Kartenzahlung nahezu kostenfrei: Das Produkt kostet 1.000 Rubel – genau dieser Betrag wird vom Konto abgebucht. Doch in den wenigen Sekunden zwischen Kasse und Transaktionsbestätigung interagieren gleich mehrere Akteure: das Geschäft, dessen Hausbank, das Zahlungssystem und die Bank, die die Karte ausgegeben hat.

Genau innerhalb dieser Wertschöpfungskette entstehen Gebühren – allerdings zu Lasten des Händlers. Ein Teil der Vergütung geht an die Bank des Handelsbetriebs (den sogenannten Acquirer), ein anderer Teil an die ausgebende Bank (Emittent). So können Finanzinstitute bereits bei bargeldlosen Zahlungen Gewinn erwirtschaften – selbst dann, wenn der Karteninhaber keine zusätzliche Gebühr zahlt.

Dieses Thema ist besonders relevant für Russland: Im ersten Quartal 2026 machten bargeldlose Zahlungen 88,9 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes aus. Karten bleiben dabei die wichtigste Zahlungsmethode – obwohl der Anteil alternativer Instrumente langsam steigt.

Was passiert, nachdem der Kunde die Karte an das Terminal gehalten hat

Vereinfacht betrachtet sind an einer typischen Kartentransaktion vier Parteien beteiligt:

  1. Der Kunde nutzt eine Karte, die mit seinem Konto verknüpft ist.
  2. Die ausgebende Bank (Emittent) hat die Karte ausgegeben und prüft, ob die Transaktion durchgeführt werden kann.
  3. Die akquirierende Bank (Acquirer) betreut das Geschäft und ermöglicht die Annahme bargeldloser Zahlungen.
  4. Das Zahlungssystem verbindet alle Beteiligten und stellt den Datenaustausch sicher.

Wenn der Kunde die Karte am Terminal hält, wird die Anfrage über die Infrastruktur des Acquirers an den Emittenten weitergeleitet. Dieser prüft die Abbuchungsmöglichkeit – beispielsweise die Kontodeckung und den Kartenzustand – und bestätigt oder lehnt die Transaktion ab.

Für den Kunden dauert der Vorgang nur wenige Sekunden – aus finanzieller Sicht handelt es sich jedoch sofort um mehrere miteinander verbundene Dienstleistungen.

Acquiring: Der Händler bezahlt für die Kartenzahlung

Um Kartenzahlungen anzunehmen, schließt ein Geschäft einen Acquiring-Vertrag ab. Die betreuende Bank stellt dafür die erforderliche Infrastruktur bereit und erhält dafür eine Gebühr. Aus einer fiktiven Kaufsumme von 1.000 Rubel erhält der Händler also tatsächlich weniger – nämlich den Nettobetrag nach Abzug der im Vertrag festgelegten Vergütung.

Es gibt keine einheitliche Gebührenstaffel für alle Geschäfte: Die Konditionen richten sich nach Bank, Unternehmensumsatz, Branche und weiteren Faktoren.

Dabei fließt die gesamte Gebühr nicht vollständig dem Acquirer zu. In der Kartenzahlungsinfrastruktur wird das Geld zwischen mehreren Beteiligten aufgeteilt – nämlich zwischen der betreuenden Bank, dem Zahlungssystem und dem Emittenten.

Wie die ausgebende Bank verdient

Nehmen wir an, der Kunde zahlt mit einer Karte einer Bank in einem Geschäft, das von einer anderen Bank betreut wird. Ein Teil der bei dieser Transaktion anfallenden Gebühr geht an den Emittenten – diese Vergütung heißt interbankäre Gebühr (Interchange Fee). Daher ist es für die Bank nicht nur entscheidend, Karten auszugeben, sondern auch, dass Kunden diese regelmäßig für Einkäufe nutzen.

Je höher der bargeldlose Umsatz mit ausgegebenen Karten ist, desto mehr Transaktionen generieren potenziell Provisionseinnahmen.

Diese Gebühr darf jedoch nicht als reiner Gewinn angesehen werden. Die Bank muss IT-Infrastruktur, Sicherheitsmaßnahmen, Transaktionsverarbeitung, Kundensupport sowie Kundenbindungsprogramme finanzieren.

Wo der Acquirer Gewinn macht

Die Ertragslage der Bank, die das Geschäft betreut, ist anders strukturiert. Sie erhält zwar eine Acquiring-Gebühr, doch ein Teil davon fließt wiederum an andere Glieder der Zahlungskette. Der verbleibende Betrag muss Kosten wie Transaktionsabwicklung, Terminals, Software, Betreuung der Handelsunternehmen, Sicherheitsvorkehrungen, Rückbuchungen und weitere Aufwendungen decken. Deshalb entspricht die im Tarif angegebene Acquiring-Gebühr nicht der tatsächlichen Bankgewinnmarge.

Für eine große Kreditinstitution ist dies vor allem ein Geschäft mit Skaleneffekten: Selbst ein vergleichsweise kleiner Betrag pro Einzeltransaktion wird bei Millionen von Transaktionen täglich zu einer bedeutenden Einnahmequelle.

Woher der Cashback stammt

Die interbankäre Gebühr erklärt, warum Banken Kunden einen Teil des Kaufpreises zurückerstatten.

Die Bank von Russland weist darauf hin, dass der Emittent ein Interesse daran hat, die Kartennutzung zu fördern: Ein höherer Umsatz führt zu steigenden Provisionseinnahmen. Ein Teil dieser Mittel kann daher in Cashback- und andere Kundenbindungsprogramme investiert werden.

Es wäre jedoch falsch anzunehmen, dass jeder Cashback vollständig aus der Kartentransaktionsgebühr finanziert wird. Auch Kooperationspartner der Bank können hier einbezogen sein. So kann etwa ein Geschäft, eine Fluggesellschaft oder ein Marktplatz einen erhöhten Cashback als Werbeaktion anbieten. Daher bedeutet ein Cashback von 10–20 % in einer bestimmten Kategorie keineswegs, dass die Bank diesen Prozentsatz pro Kauf erhält. Vielmehr dient das Kundenbindungsprogramm primär dazu, die Nutzungshäufigkeit der eigenen Karte zu steigern – denn es liegt im Interesse der Bank, dass der Kunde bei jedem Einkauf genau ihre Karte wählt.

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